Stadtrat votiert mehrheitlich und nun auch endgültig für Fahrradfreigabe

Gardelegen: Pedale frei für die Fußgängerzone

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Die Fußgängerzone darf künftig mit dem Fahrrad befahren werden. Das haben die Mitglieder des Gardelegener Stadtrates bei drei Enthaltungen und acht Gegenstimmen mehrheitlich entschieden.

Gardelegen. Es hat fast ein Jahr gedauert. Und vorausgegangen waren monatelange, teils kontroverse Diskussionen.

Nun ist das Thema vom Tisch: Die Mehrheit der Gardelegener Stadtratsmitglieder hat am Montagabend für die Freigabe des Radfahrens in der Gardelegener Fußgängerzone gestimmt. Somit steht fest: Das Benutzen der Pedalen ist nun auch offiziell erlaubt. Aber nur in der Mitte der Fußgängerzone, auf dem dort am Pflaster zu erkennenden Straßenkörper. Links und rechts vor den Geschäften, wo die Gehwege direkt an den Eingangstüren und Schaufenstern vorbeiführen, ist das Radfahren nach wie vor nicht erlaubt: Zu groß ist die Gefahr, dass es dort zu Kollisionen mit Kunden und Fußgängern kommt.

Lediglich acht Stadtratsmitglieder stimmten während der Sitzung, die am Montagabend im Gardelegener Rathaussaal stattfand, für die Beibehaltung des Radfahrverbot. So auch Peter Wiechmann (SPD-Fraktion). „Meine Haltung ist bekannt“, erklärte er. „Ich habe bis heute die Notwendigkeit des dortigen Radfahrens nicht erkannt.“ Kein Radler habe ihm bisher plausibel erklären könne, warum das Radfahren dort wirklich nötig sei. „Niemand kauft in der Gardelegener Innenstadt so schwere Sachen ein, als dass er das Rad dafür benutzen muss, weil er es nicht tragen kann“, argumentierte Wiechmann.

Ein anderes Thema brachte das fraktionslose Stadtratsmitglied Thorsten Bombach zur Sprache. Wenn Radfahrer künftig ganz legal durch die Fußgängerzone in Richtung Hospitalskreuzung radeln, gibt es dort eine Ampelkreuzung – ohne Ampel oder Stoppschild von der Fußgängerzone aus. Ob dies nicht Probleme geben könnte, ob die Stadt möglicherweise in Regress genommen werden könnte, sollte es dort zu Unachtsamkeiten oder gar Unfällen kommen, fragte Thorsten Bombach. Antwort von Bürgermeisterin Mandy Zepig: Bisher klappe das ja auch. Sie sehe an dieser Stelle keinen Änderungsbedarf. Der Aufforderung von Zepig an Bombach, gegebenenfalls einen konkreten Antrag zu stellen, kam der Zichtauer jedoch nicht nach.

Von Stefan Schmidt

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