Gedenkstätten-Förderverein will Erinnerungsstätte an ermordete KZ-Häftlinge rekonstruieren

Neue Tafel für Breitenfeld geplant

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Die Gedenkstätte auf dem Friedhof in Breitenfeld erinnert an 20 ums Leben gekommene KZ-Häftlinge. Der Gedenkstätten-Förderverein will dieses Areal rekonstruieren. 

Breitenfeld.  "Es ist schön, wenn der Gedenkstätten-Förderverein nicht nur die Feldscheune Isenschnibbe sieht."  Bernd Wießel, Breitenfelds Ortsbürgermeister, lobt das Ansinnen des Fördervereins, sich im nächsten Jahr für die Sanierung des Gedenksteins auf dem Friedhof in Breitenfeld einzusetzen.

Genau deshalb war Wießel, der zugleich auch Vorsitzender des Gemeindekirchenrates von Breitenfeld ist, kürzlich zu einer Sitzung des Fördervereins nach Gardelegen eingeladen. Das berichtete er während der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Breitenfeld.

Thema: Die geplante Rekonstruktion des Gedenksteins, der im hinteren Bereich des Friedhofs von Breitenfeld – er befindet sich auf kirchlichem Grund und Boden – steht. Dort wird an 20 KZ-Häftlinge erinnert, die bei Breitenfeld im April 1945 während des Todesmarsches in Richtung Feldscheune ums Leben gekommen sind. Dieser Todesmarsch führte von Bahnhof Mieste über die Hellberge und Breitenfeld weiter über Schwiesau, Zichtau und Estedt bis zur spätere Todesscheune nördlich von Gardelegen.

Der Förderverein plant nach den Worten von Bernd Wießel die Installation einer neuen Tafel. Die alte Platte war irgendwann abgefallen. Dort war noch, so erinnerten sich die Breitenfelder Ratsmitglieder, von „20 antifaschistischen Widerstandskämpfern“ die Rede. Dies habe man mittlerweile in die politisch neutralere Umschreibung „20 KZ-Häftlinge“ umgeändert.

Einige der früher maroden Gedenksteine sind vor vielen Jahren weggenommen worden. Zum Teil, so berichtete Bernd Wießel, kamen sie ins Danneil-Museum nach Salzwedel.

Dass der Gedenkstätten-Förderverein Hand an die Erinnerungsstätte auf dem Breitenfelder Friedhof anlegen will, unterstützt der Ortschaftsrat. Er ist auch dafür, dass an die drei Wehrmachtssoldaten, die damals ebenfalls ihr Leben lassen mussten, erinnert wird. Derzeit stehen sie sogar noch gemeinsam mit den ums Leben gekommenen KZ-Häftlingen auf dem Erinnerungsstein. Die Breitenfelder Ratsmitglieder hätten auch nichts dagegen, wenn aus der unbefestigten Zuwegung ein Schotterweg wird.

„Wir bleiben im Gespräch“, fasst Bernd Wießel die Unterredung mit dem Fördervereins-Vorstand zusammen. Er jedenfalls wolle „den Kontakt aufrechterhalten.“

Von Stefan Schmidt

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