Initiator Helfried Schmelzer kritisiert Stadträte: „Sie haben kein Interesse am Modell“

Mini-Gardelegen wird verkauft

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Helfried Schmelzer (3. von rechts) hat Großteile seines Gardelegen-Modells fertig. Bis Juli 2016 soll die Arbeit abgeschlossen sein.

Gardelegen. Das Modell Mini-Gardelegen wird noch gut ein Jahr in Gardelegen bleiben. Anschließend wird es verschwinden. Das hat Initiator Helfried Schmelzer am Sonntag angekündigt: „Der Vertrag wird in 48 Stunden unterschrieben. “ Also am heutigen Dienstag.

Zuletzt hatte nach Schmelzers Angaben die Universität im badischen Freiburg Interesse an dem Modell gezeigt, an dem er seit mehreren Jahren bastelt. Wohin die Nachbildung der Stadt aus dem Jahre 1670 nun gehen soll, das wollte Schmelzer trotzdem nicht sagen: „Kein Kommentar. “.

Der Bastler hatte das Modell der Stadt Gardelegen angeboten. Und nannte im Frühjahr auch gleich einen Preis: 35 000 Euro. Damals zuckte Bürgermeister Konrad Fuchs angesichts der genannten Höhe regelrecht zusammen. Dies seien ausschließlich Materialkosten, „die vielen Stunden, die ich investiert habe, sind da gar nicht eingerechnet“, sagt der Erbauer. Andererseits: Schmelzers Arbeit ist keine Auftragsarbeit, sondern geschah von Beginn an aus freien Stücken. Deshalb war es unter interessierten Stadträten auch nie ein ernsthaftes Thema, das Modell aus einem Topf des städtischen Haushaltes zu kaufen, sondern allenfalls über Spenden. „Wir haben aber keinen Verein gefunden, der bereit ist, ein Spendenkonto zur Verfügung zu stellen“, erklärte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig während der jüngsten Zusammenkunft des städtischen Sozialausschusses. Zumal niemand garantieren könne, ob bei einer Spendenaktion tatsächlich jene von Helfried Schmelzer geforderten 35 000 Euro zustande kommen. Und: Wo das Modell im Maßstab 1:200 überhaupt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnte, wer die Aufsicht darüber führt, das wäre noch eine ganz andere Problematik, die überhaupt nicht geklärt ist. Helfried Schmelzer kritisierte am Denkmalstag – entgegen den üblichen Gepflogenheiten am Tag des offenen Denkmals nahm er von Besuchern zwei Euro Eintritt – die Gardelegener Kommunalpolitiker. Sie hätten „kein Interesse“ an seinem Modell, das im Juli 2016, wenn es fertiggestellt sein soll, Gardelegen eben verlassen werde. „Ich bin mit dem Thema jetzt durch“, zeigte sich der Bastler enttäuscht. Und werde das Modell nach der geplanten Fertigstellung verkaufen. „Es ist traurig“, erklärt der Initiator abschließend, „dass so etwas nicht in Gardelegen verbleibt.“

Von Stefan Schmidt

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