Hansestadt will in die Zukunft der Betreuungseinrichtungen investieren

7,7 Millionen Euro für Kitas

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So könnte er aussehen – der Ersatzneubau für die Solpker Kita „Rappelkiste“ und den Hort am heutigen Standort des alten Schulgebäudes inklusive des Schulhofes.

Gardelegen. Das sind schon Hausnummern, auch wenn sie natürlich mit Fördergeld unterlegt sind. Die Hansestadt Gardelegen will in den kommenden zwei Jahren rund 7,7 Millionen Euro in Neu- und Umbau von Kindertagesstätten investieren.

So könnte die Ansicht des geplanten Kinderzentrums in Estedt aussehen. Die beiden bestehenden Gebäude sollen mit einem Glasverbinder verbunden werden.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres beschloss der Stadtrat den Ersatzneubau für die Kita Jävenitz über das Förderprogramm Stark III zu beantragen. Das 2,5 Millionen Euro teure Vorhaben fand auch Eingang in die Förderliste des Landes, die im Januar dieses Jahres von Jörg Felgner, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, vorgestellt wurde. Derzeit ist der Stand der Dinge so, erläuterte Bürgermeisterin Mandy Zepig, dass Ende September über die Höhe der Förderung entschieden wird. Es sind bis zu 75 Prozent möglich. Gebaut werden soll dann in drei Jahresscheiben. azu kommen der Umbau und die Sanierung des Gebäudekomplexes der ehemaligen Grundschule Estedt und der Kindereinrichtung zu einem Zentrum im Rahmen des Stark-V-Programms des Landes (2,48 Millionen Euro, wovon – und das steht schon fest – 2,41 Millionen gefördert werden), wozu es bereits einen entsprechenden Stadtratsbeschluss vom Februar dieses Jahres gibt, und der Ersatzneubau der Kindereinrichtung in Solpke über das Stark-III-Programm (2,7 Millionen, Förderung bis zu 75 Prozent möglich), über dessen Inangriffnahme der Stadtrat am 29. August entscheiden soll. Beide Projekte waren am Montag Gegenstand der Bauausschusssitzung – und wurden von den Mitgliedern positiv beschieden und auf den Weg gebracht. Große Nachfragen gab es nicht. Im Vorfeld hatten die zuständigen Architekten die beiden Projekte vorgestellt.

Umbau und Sanierung in Estedt

Den Anfang machte Ingenieur Lutz Pfeiffer, der mit seinem Kollegen, Architekt Matthias Schlechter, der ebenfalls vor Ort war, für das Estedter Projekt federführend ist. Er stellte die Entwurfsplanung vor. Diese sieht den Umbau und Sanierung beider Bestandsgebäude vor, die mit einem Neubau, der als Mehrzweckraum zum Essen und für Veranstaltungen genutzt werden soll, verbunden werden. Auch ein Fahrstuhl wird eingebaut. Abgerissen wird dagegen der Anbau am Kindergarten (heutiger Speiseraum) und durch eine überdachte Terrasse ersetzt. Im jetzigen Kindergartengebäude sollen künftig 35 Krippenkinder ihre neue Heimstatt finden. In der ehemaligen Schule entstehen die Räume für 60 Kindergarten- und 40 Hortkinder. Im Erdgeschoss sind auch noch notwendige Verwaltungsräume geplant. Auch der Außenbereich wird verändert.

Was Norbert Tendler etwas störte, waren die vielen Treppen. Allerdings sind die, wie Pfeiffer sagte, alle vorhanden. Es werde nur eine zusätzlich gebaut. Es sei eben kein Neubau, den man ebenerdig planen könne. Die Pläne seien alle mit dem Kita-Team abgesprochen. Regina Lessing, die am Montag noch einmal den Ausschuss leitete, aber wieder Gustav Wienecke an ihrer Seite begrüßen durfte, hatte noch eine Nachfrage zu den Kosten. Denn in den aufgeführten Summen seien die Kosten für die Unterbringung der Kinder während der Bauzeit noch nicht enthalten. Dazu gab es am Montag noch keine Auskunft, es sollte aber gestern beim Sozialausschuss thematisiert werden. Der Bauausschuss sprach sich mehrheitlich (Klaus Fehse aus Berge enthielt sich) für die vorliegende Entwurfsplanung aus.

Ersatzneubau in Solpke

Während Estedt als Maßnahme schon bekannt war, waren die Pläne für einen Ersatzneubau für die Solpker Kita „Rappelkiste“ und den Hort, der derzeit im alten Schulgebäude untergebracht ist, neu. Doch dieser ist, nach Prüfung von sechs verschiedenen Varianten, aus Sicht der Verwaltung die wirtschaftlichste Lösung – auch wenn dafür das alte Schulgebäude abgerissen werden muss. Das habe, wie Sven Grothe, Stadtrat aus Solpke, sagte, auch ihn erstmal schlucken lassen und zu einem Aufschrei im Dorf geführt. Schließlich gehöre das ehrwürdige, über 60 Jahre alte Gebäude zum Dorfbild. Aber, so Grothe, er wird den Stadtrat bitten, der vorliegenden Variante mit Abriss des Schulgebäudes zuzustimmen, denn eine Sanierung wäre ein Fass ohne Boden. Der Keller ist nass, der Dachstuhl marode und die Anordnung der Räume ein langer Schlauch.

Nicht unter Denkmalschutz

Auch stehe es, wie auf Nachfrage von Wienecke bestätigt wurde, nicht unter Denkmalschutz. Die Ansichten von Grothe teilten auch die Ausschuss-Mitglieder, die sich einstimmig für den Grundsatzbeschluss zum Ersatzneubau aussprachen, damit die Förderung beantragt werden kann.

Im Vorfeld hatte Dietmar Sauer von DS Architects das mögliche Projekt vorgestellt, das an der Straße quer das Foyer sowie die Räume für Verwaltung und Technik vorsieht. Denen schließt sich (längs zur Sporthalle) ein Mehrzweckraum mit eventuellem Elterncafé an. Im hinteren Bereich sind dann wieder quer die Räume für zwölf Krippen, 30 Kindergarten- und 40 Hortkinder vorgesehen. Die alte Linde auf dem ehemaligen Schulhof soll eventuell erhalten bleiben. Wenn das nicht möglich ist, werde laut Sauer ein neuer Baum gepflanzt. Die Außengestaltung erfolgt von der Straße aus gesehen an der linken Seite mit verschiedenen Spielbereichen.

Von Elke Weisbach

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