Dennoch leichter Einwohnerrückgang in der Einheitsgemeinde

Gardelegen: Mehr Zu- als Wegzüge

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Im ersten Halbjahr gab es in Gardelegen 88 Geburten.

Gardelegen. „Das hohe Niveau wurde im ersten Halbjahr beibehalten. “ Das erklärte gestern Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs beim letzten Pressegespräch in seiner Amtszeit zur aktuellen Einwohnerstatistik.

Zum 30. Juni wohnten in der Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen insgesamt 23 362 Menschen – 11 699 davon männlich und 11 663 weiblich. Und das sind laut Fuchs wieder rund 1000 Einwohner mehr, als das Statistische Landesamt in seiner Prognose für die nächsten sechs Jahre festgeschrieben hat. Das Amt hatte für das Jahr 2015 nämlich eine Einwohnerzahl von 22 281 und einen Rückgang innerhalb des Jahres von 297 Menschen prognostiziert.

 88 Geburten und 161 Sterbefälle

Von dieser Zahl ist Gardelegen derzeit weit entfernt, auch wenn die Sterberate immer noch höher ist als die Geburtenrate. So standen im ersten Halbjahr den 88 Geburten mit 161 fast doppelt so viele Sterbefälle gegenüber. Dieser Fakt würde 73 Menschen weniger bedeuten. Aber der aktuelle Wanderungssaldo, so der Bürgermeister, wirke sich insgesamt positiv aus. Das heißt: Es gab mehr Zu- als Wegzüge. An Zahlen festgemacht bedeutet das, dass vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2015 534 Menschen in die Einheitsgemeinde zogen, aber nur 509 Bürger diese in Gänze verließen. Und diese 25 Menschen mehr reduzieren den Rückgang der Einwohnerzahlen auf aktuell 48 Bürger.

Natürlich, verhehlt Fuchs nicht, sei der positive Wanderungssaldo auch den ausländischen Mitbürgern geschuldet, bei denen es sich zum größten Teil um Kriegsflüchtlinge handelt, die der Hansestadt vom Altmarkkreis zugewiesen wurden und werden. Derzeit wohnen 808 Nichtdeutsche in der Hansestadt. 269 von ihnen zogen im vergangenen halben Jahr in die Einheitsgemeinde. Dem gegenüber stehen 188 Wegzüge.

Und auch dass die Einwohner Gardelegens immer älter werden, sei laut Fuchs ein nicht zu leugnender Fakt. Denn die geburtenstarken Jahrgänge nach dem Krieg kommen nun ins Rentenalter. Die Zahl der Menschen über 65 Jahre wird steigen.

Von Elke Weisbach

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