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Linke wollen GÜZ schließen: Es wäre militärischer Selbstmord

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Die Bundeswehr soll die Colbitz-Letzlinger Heide räumen und den Touristen überlassen. Das fordern die Landes-Linken.

Sie haben es wieder getan. Nicht zum ersten Mal fordert die Linkspartei die Schließung des Truppenübungsplatzes Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide. Vor wenigen Tagen einigte sich die Landtagsfraktion auf einen Antrag, alle drei Truppenübungsplätze auf dem Gebiet von Sachsen-Anhalt zu schließen.

Stefan Schmidt

Dies möge Ministerpräsident Reiner Haseloff dann beim Bund anbringen: Das Militär ist bekanntermaßen keine Länderangelegenheit, sondern Sache der Bundespolitik. Auch wenn der Vorstoß keine Chance auf Erfolg hat, so sagt er einiges über die Linkspartei aus. Sie gibt sich antimilitaristisch, mitunter sogar pazifistisch. Und sie ist strikt gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Dies ist in Deutschland keine Minderheitenpolitik: Soldaten am Hindukusch und in anderen Krisenregionen dieser Welt, das sehen nicht nur Linkspolitiker mit Argwohn. Das sehen auch manche Bundeswehroffiziere kritisch.

Aber wird mit dem Schließungs-Antrag nicht das Pferd von hinten aufgezäumt? So lange deutsche Soldaten tatsächlich im Ausland eingesetzt werden, wäre die Schließung von Bundeswehr-Standorten wie dem Gefechtsübungszentrum (GÜZ) bei Letzlingen sowie das Aus von Truppenübungsplätzen militärischer Selbstmord. Denn bei Soldaten, die nicht genügend auf ihre Auslandseinsätze vorbereitet werden, ist das Risiko, getötet zu werden, ungleich höher.

Man möge auch daran denken, dass die Vor-Vor-Vorgängerpartei der Linkspartei, die SED, zu DDR-Zeiten alles andere als eine antimilitaristische Politik betrieb. Wer sich heute darüber beklagt, dass das Miltär in die Schulen darf, der möge daran erinnert werden, dass es die eigenen Vorgänger-Genossen waren, die es ermöglichten, dass die Schüler vor 1989 das Militär, also die NVA, besuchten und mit Waffen hantierten. „Wehrunterricht und Zivilverteidigung“ nannte man dieses Pflichtfach. Das muss man heute keinem Linken-Politiker mehr vorwerfen. Aber es darf zumindest kritisch angemerkt werden.

Die Geschichte des vereinigten Deutschland zeigt übrigens: Überall dort, wo nach dem Ende des Kalten Krieges Bundeswehr-Standorte dicht machten, gab es Proteste dagegen. Von Wirtschaft und Politik. Kein einziger Bürgermeister – egal welcher Partei – atmete auf, dass die Kaserne vor Ort endlich geschlossen wird, dass die Soldaten endlich aus seiner Kommune verschwinden.

Von Stefan Schmidt

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