Gardelegen in drei Aktionsgruppen dabei

Leader-Förderprogramm: „Die Idee ist wichtig“

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Etwa 30 Zuhörer kamen in den Gardelegener Rathaussaal, um sich über die Förderrichtlinien zum Leader-Programm zu informieren.

Gardelegen. Manchmal ist es etwas mühsam, sich durch die vielen Abkürzungen zu kämpfen. Zum Beispiel durch „ELER Rili RelE“.

Das Abkürzungs-Ungetüm bedeutet „Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländliche Raumes“, Richtlinie für „Regionale ländliche Entwicklung“.

Was kompliziert klingt, ist laut Dr. Wolfgang Bock, Leader-Manager für die Lokale Aktionsgruppe (LAG) „Mittlere Altmark“, auf einen einfachen Nenner zu bringen: „Es gibt kein Förderprogramm, das so basisorientiert organisiert ist – und es funktioniert bis heute.“ Mit anderen Worten: Die Handelnden vor Ort würden entscheiden, welche Projekte gefördert werden. Voraussetzung ist natürlich die Förderfähigkeit. Aber die ist breit gefächert. Oder mit Bocks Worten: „Ihre Idee ist wichtig – wo es reinpasst, dafür sind wir dann zuständig.“

Bock referierte am Montagabend im Gardelegener Rathaussaal vor etwa 30 Zuhörern, überwiegend aus Verwaltung, Politik und Vereinsleben. Die Stadt Gardelegen ist zwar in drei Leader-Aktionsgruppen vertreten. Aber im Stadtrat ist das EU-Förderprogramm bisher kaum ein Thema gewesen.

Dabei profitieren manche Dörfer seit Jahren vom Geld aus Brüssel. Wie Lindstedt mit dem Gutshof, Schenkenhorst mit der Orgelsanierung in der Kirche und Wiepke mit der Reichwald´schen Wassermühle. Aber es gibt auch Dörfer, die noch gar nicht mitmachen, nämlich die ehemaligen Gemeinden Berge und Hemstedt. Das soll sich aber ändern, erklärte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig. „Wir werden mit den Ortschaftsräten sprechen“, kündigte sie an.

Bock sang ein Loblied auf die Dörfer und das Leben dort. „In Sachsen-Anhalt wird immer von Einheitsgemeinden und Verbandsgemeinden gesprochen – in Wahrheit ist das aber auch nur ein Zusammenschluss einzelner Dörfer.“

Leader sei vor allem gut für Vereine, die bei diesem Förderprogramm „am besten aufgehoben“ seien, so Bock. Beispiel: Bei einer Förderung von 80 Prozent müsste ein Verein trotzdem noch 20 Prozent Eigenanteil bereit stellen – für manchen Verein kaum oder gar nicht zu stemmen. Neu sei aber, dass auch anderweitig akquiriertes Geld wie Spenden in diesen Eigenanteil fließen dürfen. Das helfe vielen Vereinen ungemein.

Für die Leader-Prioritätenliste 2017 (Bock: „Für 2016 ist schon alles erledigt“) müssen bis zum 15. September Projektbögen bei den Lokalen Aktionsgruppen eingereicht werden. In Sachsen-Anhalt wurden bisher 2500 Projekte gefördert – manche über mehrere Bauabschnitte hinweg. Den Vorsitz der größten LAG im Bereich des Gardelegener Stadtgebietes, nämlich „Mittlere Altmark“, hat seit vielen Jahren Bismarks Bürgermeisterin Verena Schlüsselburg inne, die laut Bock „ein Uraltkader der Leader-Gesellschaft in Sachsen-Anhalt“ sei.

Von Stefan Schmidt

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