Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe kommt zur Landes-Gedenkstättenstiftung

Land übernimmt zum 1. Mai

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Gedenken am Gräberfeld: Das Feld mit den Kreuzen ist Teil der Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe.

Gardelegen. In etwas mehr als zwei Wochen ist es soweit. Dann wird die Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe in Gardelegen auch offiziell Bestandteil der Landes-Gedenkstättenstiftung sein. Zum 1. Mai wird damit etwas geschehen, was bereits seit mehreren Jahren in Arbeit war.

Zuletzt war es das Landeskabinett, das während seiner Zusammenkunft am 17. Februar einmütig für die Übernahme der Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe in die Landes-Gedenkstättenstiftung votierte (wir berichteten). Mehr als zwei Jahre zuvor hatte der Landtag dem Bericht einer eigens installierten Arbeitsgruppe, die die Möglichkeit der Erweiterung der Stiftung um die Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe ausloten sollte, zugestimmt. Und auch in Gardelegen selbst gibt es allgemeine Zustimmung – vom Stadtrat über den Gedenkstätten-Förderverein bis zum Kreisverband des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge. Dieser 1. Mai war bisher als Übernahmetermin anvisiert worden. Nun ist er auch offiziell.

Damit verbunden sind Investitionen durch die Stiftung, die bei fast drei Millionen Euro liegen werden. Eine ständige Ausstellung vor Ort ist ebenso geplant wie ein Besucherzentrum sowie das Anlegen von Parkplätzen. Bei der Gedenkfeier am Montag aus Anlass des 70. Jahrestages des Feldscheunen-Massakers mussten viele mit dem Auto angereiste Besucher mehrere hundert Meter zu Fuß gehen, um das Areal überhaupt zu erreichen. Denn Parkflächen gibt es so gut wie gar nicht.

„Ich weiß, dass manche Zustände oben auf der Gedenkstätte unzumutbar sind“, äußert sich dazu Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs. Voraussichtlich am 29. April wird es die offizielle Vertragsunterzeichnung mit dem Leiter der Landes-Gedenkstättenstiftung, Dr. Kai Langer, in Gardelegen geben. Diese verbesserungswürdigen Zustände betreffen nicht nur die Parkplätze, sondern beipielsweise auch „die materielle Ausstattung der Mitarbeiter vor Ort“, erklärt Fuchs. So gibt es bislang nur einen ganz normalen Rasenmäher für die mehrere Hektar großen Rasenflächen auf der Mahn- und Gedenkstätte. Auch die sanitäre Situation soll mithilfe der anstehenden Investition verbessert werden. Toiletten gibt es auf der Mahn- und Gedenkstätte nicht, so dass es gerade bei Besuchern, die mit Reisebussen vorgefahren werden, auch mal zu gewissen Drucksituationen kommen kann.

Zur Landes-Gedenkstättenstiftung Sachsen-Anhalt gehören bisher folgende Orte: Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin, Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie in Bernburg, Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge, Gedenkstätte „Roter Ochse“ in Halle, Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg sowie Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn.

Von Stefan Schmidt

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