Bürgermeisterin reagiert auf Vorschlag der AG Kita, evangelische Grundschule als Hort zu nutzen

Zepig: "Kündigung ist keine Option"

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Wer die Arbeit in der evangelischen Grundschule in Gardelegen am Holzmarkt 15 kennenlernen möchte, der hat am heutigen Freitag von 8 bis 10 Uhr beim Tag der offenen Tür Gelegenheit dazu.

Gardelegen. „Das ist keine Option. Eine Kündigung der evangelischen Grundschule würde uns nicht entlasten. Denn die 80 Kinder müssten ja auch woanders beschult und im Hort untergebracht werden.“

Mit diesen Worten reagierte gestern Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig auf eine Schlussfolgerung im Abschlussbericht der Arbeitsgemeinschaft (AG) Kita des Stadtrates, der am Dienstag erstmals dem Sozialausschuss vorgestellt wurde.

In diesem wurden nämlich drei Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen in Gardelegen selbst mehr Kita-Betreuungsplätze geschaffen werden könnten, die langfristig auch benötigt werden. Und die wären zum einen der Neubau einer Einrichtung und zum zweiten der Ankauf und die Sanierung eines leerstehenden Gebäudes. „Beide Varianten sind mit erheblichen Investitionsvolumen im Millionenbereich verbunden“, heißt es in dem Papier. Zudem stehe in der Stadt derzeit keine geeignet Immobilie zur Verfügung oder zum Verkauf. Doch es gebe laut Vorschlag der AG Kita eine dritte Variante, bei der das bisherige Gebäude des Reutterhortes, auch Würfel genannt, an der OdF-Straße der gegenüberliegenden Kita angegliedert werden könnte, um zusätzliche 80 Kita-Plätze zu schaffen. Der Reutter-Hort müsste dafür allerdings „in die einzig noch im Besitz der Hansestadt Gardelegen befindliche und kindgerecht hergestellte Immobilie untergebracht werden. Die Rede ist vom Gebäude Holzmarkt 15, welches derzeit an einen privaten Träger vermietet ist. Diese Variante ist mit erheblich geringeren Kosten (eventuelle Malerarbeiten und Umzugskosten) und kurzfristig (sechs Monate Kündigungsfrist) umsetzbar.“ Was die AG Kita nicht explizit sagte, ist, dass es sich dabei um die evangelische Grundschule handelt. Die einzige Schule in freier Trägerschaft der Johannesschulstiftung in Gardelegen besuchen derzeit 80 Mädchen und Jungen aus Gardelegen und den Ortsteilen. Und auch diese müssten ja in den anderen Schulen und Horten untergebracht werden.

Da sehe sie einen Denkfehler im Bericht der AG Kita, so Zepig, die aber ansonsten die Arbeit der AG ausdrücklich lobte, mit der die Stadträte auf dem Laufenden gehalten werden. In ihr arbeiten die Stadträte Gudrun Gerecke, Margot Göbel, Dirk Kuke, Nico Macht und Oliver Stegert sowie Anja Rohrdiek mit. Von der Stadtverwaltung ist Manuela Dietrich-Beckers dabei, die der AG die notwendigen Zahlen und andere Informationen zuarbeitet. Natürlich bleibt das Problem der fehlenden Betreuungsplätze. Aus diesem Grund werden laut Zepig die anderen genannten Maßnahmen weiter verfolgt. Es soll ein neues Förderprogramm für Kindergärten geben, dessen Voraussetzungen aber noch nicht explizit feststehen.

Von Elke Weisbach

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