Fehlende Sonderrücklage für übernommene Grünpflege in Letzlingen Thema im Finanzausschuss

„Können wir keinem anhängen“

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Die Gräben im Grünstreifen an der B 71 in Letzlingen sind mittlerweile ausgebaggert.

Letzlingen. Die Gräben auf dem breiten Grünstreifen in Letzlingen an der B 71 sind mittlerweile ausgebaggert, so wie es Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig bei einem Vor-Ort-Termin versprochen hatte.

Nun wurde dieses Thema noch einmal beim jüngsten Finanzausschuss von Jörg Marten (SPD) angesprochen.

Er führte aus, dass er diesbezüglich gelesen habe, dass die Gemeinde Letzlingen 1993 nach der Sanierung der Bundesstraße mit dem Baulastträger einen Vertrag abgeschlossen und die Pflege der Grünanlagen damit übernommen habe. Dafür habe es einen Betrag im sechsstelligen Bereich gegeben. Marten wollte wissen, wieviel genau und führte aus, dass das Geld in eine Sonderrücklage gehört hätte, die es aber nicht gibt. „Das fällt der Stadt jetzt auf die Füße“, so Marten. Es wurde damals viel über Mieste geschimpft. Nun könne man auch auf Letzlingen schimpfen. „Das zeigt, dass die Gebietsreform längst überfällig gewesen war.“

Die Bürgermeisterin bestätigte die Vereinbarung zur Pflege, die früher die Gemeindearbeiter übernahmen, und bezifferte die Summe mit „irgendetwas über 200 000 Mark“, die dafür nicht ausgegeben wurden. Und sie machte deutlich, dass die Stadt nicht für den Schönschnitt des Grüns verantwortlich sei, aber dennoch zweimal im Jahr mähen lassen wolle. Für den Betrieb der Gräben als Entwässerungsanlage sei man als Stadt aber zuständig. Das heißt, dass die Stadt für den Unterhalt der baulichen Anlagen zu sorgen hat, bestätigte Zepig eine Nachfrage von Marten. Und es bestehe viel Bedarf an der Verrohrung unter der B 71, die zum Teil fast gänzlich verstopft ist, sowie an den Einlässen. Das seien klassische Unterhaltungsmaßnahmen, die gemacht werden müssten, erklärte Zepig. Eine Kostenschätzung dazu gebe es aber noch nicht.

Es sei schon „ärgerlich mit dem Geld“, erklärte auch Stadtkämmerer Maik Machalz. Aber als die Gemeinde Letzlingen 1992/93 den Vertrag abgeschlossen habe, habe noch niemand etwas von einer Sonderrücklage gewusst. „Damit hatte noch keiner zu tun gehabt.“ Zudem sei der Vertrag aus heutiger Sicht „ein Witz“. Denn die Summe hätte für die Pflege der Gräben während der Abschreibung der Straße über 35 Jahre nie ausgereicht.

„Das können wir heute aber keinem anhängen“, erklärte der Kämmerer.

Von Elke Weisbach

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