Kultspiel Pokémon Go ist längst auch in Gardelegen angekommen

PokéWalk: Kleine Monster rund ums Rathaus

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Wo ist das nächste Pokémon? Die Spieler tauschten sich während der spannenden Jagd, hier unter den Rathaus-Kolonnaden, untereinander aus.

jfr Gardelegen. Eine Gruppe von Leuten zog am vergangenen Sonntagabend durch Gardelegen. Bürgerpark, Nikolaikirche, Rathaus, Stadtgraben: Die Strecke führte über markante Punkte der Stadt.

Allerdings hatte man sich nicht für eine Stadtführung getroffen, sondern zur Monsterjagd. Denn es fand der erste öffentliche PokéWalk in Gardelegen statt.

Mehr als 50 Spieler – auch mit Kinderwagen – nahmen am ersten PokéWalk in Gardelegen teil.

PokéWalks sind Veranstaltungen, auf denen sich Menschen treffen und gemeinsam spielen. Grundlage bildet das virtuelle Kultspiel „Pokémon Go“. Das wurde in Deutschland Mitte Juli veröffentlicht und hat mittlerweile einen weltweiten Hype ausgelöst. Das Spiel wird mittels einer App auf dem Smartphone gespielt. Es müssen kleine Pokémon-Monster gefangen werden, die bei aktivierter Kamera auf dem Smartphone-Bildschirm in die reale Umgebung eingeblendet werden. Dafür greift die App auf den Aufenthaltsort des Nutzers zu.

Die Idee, den PokéWalk in Gardelegen auf die Beine zu stellen, hatte Jonas Schröder. „Das Spiel fasziniert die Leute weltweit. Viele PokéWalks werden in den Städten veranstaltet. Ich dachte, das muss auch in Gardelegen funktionieren“, begründet der Gardelegener den Aufruf. Und diesem waren mehr als 50 Spieler im Alter von neun bis 30 Jahren gefolgt. Das Durchschnittsalter der Pokémon Go-Spieler liegt allgemein bei 26 Jahren. Die älteren Spieler kennen das Spiel „Pokémon“, herausgebracht vom japanischen Spielehersteller Nintendo, noch aus ihren Kindheitstagen.

Eventorganisator Jonas Schröder (rechts) gibt anderen Spielern Tipps zum Spiel.

Wie Jonas Schröder. Mit elf Jahren spielte er es damals auf dem Gameboy. Regelmäßig traf er sich mit Freunden an der Gardelegener Marienkirche, wo sie ihre Gameboys untereinander mit Kabeln verbanden und mit- und gegeneinander spielten. Auch heute verbindet das gemeinsame Interesse am Spiel und bringt Leute zusammen – nur eben kabellos und mit dem Smartphone.

Fang das Taubsi! Jonas Schröder auf Pokémon-Jagd direkt vor der Roland-Statue am Gardelegener Rathaus.

Die meisten Pokémon-Fans kommen an jenem Abend aus der Kernstadt. Aber es gab auch Fans aus Kremkau, Kassieck und Kalbe, die gemeinsam auf Monsterjagd gehen wollten. Familien, Paare, Freunde, einige von ihnen haben ihren Hund dabei und alle ein Smartphone in der Hand. „Es ist gut zu sehen, dass auch andere spielen. Ich habe hier schon alte Bekannte und eine ehemalige Klassenkameradin wieder getroffen“ berichtet die 27-jährige Maike Schiefelbein aus Gardelegen. Sie wurde, wie die meisten in der Runde, auf Facebook auf den PokéWalk aufmerksam. Über die dortige Gruppe „Pokémon Go Gardelegen“ organisierte Schröder das Treffen. Die Facebook-Gemeinschaft wurde vor 14 Tagen gegründet und hat bereits 106 Mitglieder.

Nach zwei Stunden waren die meisten virtuellen Monster gefangen und der erste PokéWalk in Gardelegen vorbei. Es zeigte sich auch, wer des Öfteren schon allein auf Monsterjagd war. Profis hatten neben einen bis zum Anschlag geladenen Akku eine zusätzliche Powerbank dabei. Denn ohne Strom kein Spiel – übrig bleibt ein schöner Spaziergang durch die Stadt. Der nächste PokéWalk wird noch im August stattfinden und auf Facebook bekanntgegeben, kündigte Schröder an.

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