Stadtverwaltung verzichtet vorerst auf Geldstrafen

Kein Bußgeld für Gossengrün

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Auch in der Gosse vor dem Gardelegener Kindergarten „Zwergenland“ wuchert das Grün. Die Stadt kommt mit der Beseitigung vor kommunalen Gebäuden nicht hinterher.

Gardelegen. Die Stadt Gardelegen wird ab sofort grundsätzlich keine Bußgeldbescheide mehr an Besitzer von Privatgrundstücken schicken, wenn dort vor dem Haus, auf dem Gehweg und in der Gosse Unkraut wächst.

Das hat Bürgermeisterin Mandy Zepig im jüngsten Bauausschuss erklärt. Diese Regelung gelte für das gesamte Stadtgebiet, also auch für die Dörfer. „Wir kommen als Stadt bei unseren eigenen Flächen kaum mit der Arbeit nach“, begründet sie diese Maßnahme. „Da wäre es unfair“, so die Bürgermeisterin, „parallel Privatleuten Rechnungen zu schicken.“

Das Thema Straßenzustand hatten zum einen Sieghard Dutz (Linken-Fraktion) bezüglich der Bahnhofstraße in der Stadt – „manche Stellen sehen schlimm aus“ – und Rudi Wolski, berufener Bürger aus Jävenitz, während der Ausschusssitzung angesprochen: „Die Gossen sind grün bei allen Straßen.“ Das habe er, Wolski, festgestellt, als er mit dem Fahrrad zum Hansefest gefahren sei. Und Mandy Zepig konnte dem nur zustimmen. Denn auch für die Stadt sei es momentan geldlich und personell nicht zu schaffen, vor allen kommunalen Gebäuden für die entsprechende Reinigung zu sorgen.

Statt Bescheiden soll es nun Schreiben an säumige Grundstücksbesitzer geben, in denen sie darauf hingewiesen werden, ihrer Pflicht für Sauberkeit und Ordnung nachzukommen – aber es wird eben kein Bußgeld verhängt. Dies beziehe sich, so Mandy Zepig, auf „vegetationsbedingte Begrünung“. Soll heißen: Wer das Unkraut vor der eigenen Haustür mannshoch wachsen lässt, der muss dann doch irgendwann mit einem Bußgeld rechnen. „Denn irgendwann ist Schluss mit lustig“, betonte die Bürgermeisterin.

Von Stefan Schmidt und Elke Weisbach

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