Derzeit 142 Mitarbeiter

Auf Kalkutta folgt Porto: Glaswerk in Gardelegen hat neuen Eigentümer

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Das Glaswerk in Gardelegen hat einen neue Besitzer. Die neuen Chefs kommen aus Portugal. HNG aus Kalkutta hat das Unternehmen mit 142 Arbeitsplätzen vor wenigen Tagen verkauft.

Gardelegen. Das Glaswerk in Gardelegen hat seit wenigen Tagen einen neuen Besitzer. Das teilt Geschäftsführer Wolfram Seidensticker mit. Das Werk im Nordosten der Stadt gehört nun BA Glass mit Sitz in der portugiesischen Stadt Porto.

Wie Seidensticker mitteilt, erfolgte der Wechsel am 13. Juli, also vor etwas mehr als einer Woche. Das Glaswerk in Gardelegen beschäftigt derzeit 142 Mitarbeiter, davon sechs Auszubildende. Ab August, so teilt Seidensticker mit, kommen vier weitere Auszubildende hinzu. „An der Ausrichtung bezüglich des Portfolio wird sich nichts Wesentliches ändern“, erklärt der Geschäftsfüherr weiter. „Das Programm wird derzeit sogar erweitert. “.

Das Glaswerk wurde im Februar 2010 als „Agenda Glas GmbH“ eröffnet. Knapp ein Jahr später ging der Betrieb allerdings in die Insolvenz. Einer der Gründe: Es wurde zu viel Auschuss produziert. Mit Hilfe der damaligen Landes-Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff fand sich aber bald – konkret ab Mai 2011 – ein neuer Eigentümer. Nämlich die indischen Brüder Sanjay und Mukul Somany aus Kalkutta. Ihre Firma HNG ist auf dem Subkontinent Marktführer in der Glasproduktion, das Werk in Gardelegen war ihr erstes Standbein in Europa. Im Lauf der Jahres wurde in Gardelegen investiert: 2012 entstand eine zweite Lagerhalle. Derzeit liefert das Werk jährlich mehr als 400 Millionen Flaschen in 14 Länder weltweit – für Wasser über Milch, Öl, Sirup, Soße bis Dressing.

Der neue Besitzer ist nach Aussage von Seidensticker, der auch weiterhin die Geschäftsführung inne hat, „ein wichtiger Player in Portugal und Spanien“ und habe zuvor bereits zwei polnische Glaswerke akquiriert. BA Glass verfügt über acht Produktionsstätten, beschäftigt insgesamt etwa 2500 Mitarbeiter und erreicht einen Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro. Die Vorbesitzer aus Indien hätten deshalb verkauft, weil man sich hauptsächlich auf den Heimatmarkt in Indien konzentrieren wolle. Dort gebe es, erklärt Seidensticker, „viel zu tun“.

Zuletzt hatte das Glaswerk in Gardelegen nach Aussage von Seidensticker auch Mitarbeiter und einen Auszubildenden von Fricopan aus Immekath übernommen.

Von Stefan Schmidt

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