Kommunalpolitiker aus Akabira im Gespräch

Japanische Gäste im Gardelegener Rathaus

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Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig (vorne links) empfing Kommunalpolitiker aus der japanischen Stadt Akabira. Es ging um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Politik beider Städte.

sts Gardelegen. Da bekommt der Begriff „Land der aufgehenden Sonne“ eine ganz andere Bedeutung: Stadtratssitzungen in der japanischen Stadt Akabira beginnen immer morgens um 10 Uhr – und nicht wie in Gardelegen abends um 19 Uhr.

Das erklärten mehrere Stadtratsmitglieder aus der ehemaligen Bergbaustadt Akabira im Norden Japans, auf der Insel Hokkaido gelegen, am gestrigen Nachmittag im Gardelegener Rathaus. Dort empfing Bürgermeisterin Mandy Zepig die teilweise in traditioneller japanischer Tracht gekommenen Gäste aus Fernost. Die Begegnung fand unter der Vermittlung von Emi und Gunnar Itagaki aus Roxförde sowie deren Tochter Franziska statt.

Keiichi Takamura, Jiro Okashi, Sanae Akimoto und Mami Uemira besuchen am heutigen Dienstag das Volkswagenwerk in Wolfsburg und reisen anschließend nach Gelsenkirchen weiter, einer ebenfalls im wirtschaftlichen Umbruch befindlichen ehemaligen Bergarbeiterstadt. Wie die Kommunalpolitik in Gardelegen – Akabira hat etwa so viele Einwohner wie die Hansestadt – funktioniere, woher das Geld für Investitionen komme, das wollten die Gäste aus Japan wissen. Und da gibt es gar nicht mal so viele Unterschiede, wie die Anwesenden feststellten – außer dass die Stadtratssitzungen dort morgens um 10 Uhr abgehalten werden, „weil die Beamten nicht so viel Lust haben, auch noch abends arbeiten zu müssen“.

Interessant für die Gäste aus Japan: Mandy Zepig ist nach Hannelore von Baehr erst die zweite Frau auf dem Gardelegener Bürgermeisterstuhl. Und dass die hauptamtliche Bürgermeisterin von Gardelegen gar keine Visitenkarte besitzt. Denn in Japan sind Visitenkarten so etwas wie ein Statussymbol.

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