Bürgerversammlung im Weidenhof: Keine Entscheidung getroffen

Jävenitzer diskutieren über neuen Standort für einen Spielplatz

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Stadtratsmitglied Christian Glatz musste die Bürgerversammlung in Jävenitz abbrechen, da das Gespräch ins Leere verlief.

Jävenitz. Vor rund einer Woche weihten die Laatzker Bürger ihren neuen Spielplatz mit einem kleinen Fest ein (wir berichteten). Über ein solches Einweihungsfest würden sich auch die Jävenitzer freuen, doch momentan sind sie weit davon entfernt.

Rudi Wolski vermisste auf der Bürgerversammlung Vertreter der Stadt und des Jävenitzer Sportvereins.

Sie wissen noch nicht, wo der neue Spielplatz errichtet werden soll. Nach Angaben von Dagmar Bauer, die bei der Stadt Gardelegen unter anderem für die Errichtung der Spielplätze zuständig ist, leben derzeit 98 Kinder (im Alter von 0 bis 12 Jahre) in Jävenitz. Bisher haben die Kinder auf dem Spielplatz am alten Bahnhof gespielt, doch die Spielgeräte sind ziemlich marode, dass es an der Zeit ist, einen neuen Spielplatz zu errichten, so Bauer. Für die neue Spielanlage sieht die Stadt 20 000 bis 30 000 Euro vor. Doch zunächst muss ein geeigneter Standort gefunden werden. Deshalb kamen am Montag im Weidenhof (altes Rathaus) die Jävenitzer zu einer Bürgerversammlung zusammen, um über den neuen Spielplatzstandort zu entscheiden.

Um drei möglich Standorte wurde debattiert: das große Gelände am alten Bahnhof, am Sportlerheim und im Alten Dorf. Das große Gelände am alten Bahnhof wurde von einigen anwesenden Bürgern – insgesamt waren es elf – verneint. Die Gründe hierfür waren der Eichenprozessionsspinner, die laute Sirene der Feuerwehr, die nahegelegene Bundesstraße und die Bahngleise.

Die zweite Option, den Spielplatz am Sportplatz zu errichten, fällt vorerst weg, da nach Angaben von Stadtratsmitglied Christian Glatz, der sich gemeinsam mit Rudi Wolski für die Errichtung eines Spielplatzes stark macht, der Sportverein gegen einen Spielplatz am Sportverein ist. Eine genaue Begründung liegt derzeit nicht vor, da der Sportverein an der Versammlung nicht vertreten war. „Die Fläche gehört zwar der Stadt, aber der Sportverein hat darüber das Hoheitsrecht. Und wir müssen seine Entscheidung akzeptieren“, sagte Christian Glatz. Nichts desto trotz zeigten die Bürger bei der Versammlung über die Entscheidung des Sportvereins Unverständnis. „Der beste Platz für mich ist trotzdem der am Sportverein. Wenn der Platz der Stadt gehört, dann entscheidet am Ende die Stadt darüber. Man sollte nochmal mit dem Verein sprechen“, meinte Bürgerin Britta Homm.

Die dritte Variante wäre die Errichtung eines Spielplatzes im Neubaugebiet „Altes Dorf“. Nach Angaben von Christina Schneider, Bauamtsmitarbeiterin der Stadt Gardelegen, ist anhand des Bebauungsplanes „Altes Dorf“ keine Spielplatzerrichtung vorgesehen. Eine Alternative wäre der Standort am Weidenhof (Ecke Ginsterweg). Momentan wird allerdings überprüft, ob es sich hier um eine Ausgleichsfläche handelt. Bestätigt sich der Fall, kann nicht gebaut werden.

„Die Bürger sollen selber entscheiden, wo der Spielplatz stehen soll. Wir gehen vom Besten aus und hoffen, dass eine Lösung gefunden wird. Ist das nicht der Fall wird allenfalls kein Spielplatz gebaut oder die Bürgermeisterin entscheidet, wo einer gebaut wird“, erklärte Dagmar Bauer.

Eine Entscheidung konnte am Montag auf der Bürgerversammlung nicht getroffen werden. „Wir kommen heute auf keinen grünen Nenner. Wir müssen uns nochmal treffen“, so Glatz, der das Treffen schließlich abbrach.

Er wird sich nochmal mit Bürgermeisterin Mandy Zepig in Verbindung setzten und hofft – und nicht nur er, sondern auch die anderen Bürger –, dass bei der nächsten Bürgerversammlung zu diesem Thema Vertreter der Stadt und des Sportvereins anwesend sein werden, damit entschieden werden kann.

Von Marilena Berlan

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