Flyer in Arbeit / Man spricht bald Polnisch

Immer mehr Polen besuchen Gedenkstätte Isenschnibbe

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Informationen zum Feldscheunen-Massaker in Gardelegen soll es bald auch auf einem Flyer in polnischer Sprache geben. Denn immer mehr Polen besuchen die Gedenkstätte.

Gardelegen. Immer wieder fahren Autos vor, steigen Menschen aus. Menschen, die mitunter auf der Durchreise sind und nur eher zufällig anhalten.

Aber auch Menschen, die ein ganz persönliches Anliegen haben, deren Vorfahren möglicherweise an diesem Ort ums Leben gekommen waren. Die Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe, auf dessen Areal 13. April 1945 genau 1016 KZ-Häftlinge grausam umgebracht worden sind, wird auch von internationalen Besuchern aufgesucht.

Jahrelang waren es Franzosen, die die – nicht offiziell geführte – Liste der ausländischen Gäste anführten. Das hat sich seit kurzem geändert. Am Gräberfeld und an den Feldscheunen-Überresten sind immer mehr Polen zu sehen. „Warum das so ist, können wir nicht sagen“, erklärt dazu Andreas Froese-Karow, der Leiter der Gedenkstätte. Aber auch er hat festgestellt, dass das Interesse von polnischen Staatsbürgern am Massaker in der Feldscheune seit einigen Jahren zugenommen hat – möglicherweise auch bedingt durch die Übernahme des größten Arbeitgebers in der Stadt, AKT, durch die Warschauer Borzsyew-Gruppe und der damit verbundenen Ansiedlung zahlreicher polnischer Familien in Gardelegen.

Aber es gibt auch andere Verbindungen – im doppelten Sinne. Denn Andreas Froese-Karo verlinkt Seiten zur Gedenkstätte mit ähnlichen Internet-Auftritten. Auch auf diese Weise wird mancher außerhalb von Deutschland auf die Stätte am Nordrand von Gardelegen aufmerksam.

Folge dieses vermehrten Interesses aus Polen: Der offizielle Flyer zur Gedenkstätte soll bald auch in polnischer Sprache gedruckt werden. „Ein solcher Flyer ist in Arbeit“, bestätigt der Gedenkstättenleiter. Bisher gibt es die kleine Broschüre in deutscher, englischer und französischer Sprache – und bald wohl auch auf Polnisch.

Von Stefan Schmidt

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