Horst-Dieter Radtke, der Leiter der Karl-Marx-Sekundarschule, erhielt zum Abschied Geschenke

Bis zum Horizont und dann weiter

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Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe ist die Leitung der Gardelegener Karl-Marx-Sekundarschule gestern in die Hände von Solveig Lamontain gegangen. Horst-Dieter Radtke, der seit elf Jahren der Schule vorstand, überreichte seiner Nachfolgerin den Hausschlüssel.

Gardelegen. „Ich wünsche Euch alles, alles Gute. “ Das waren die letzten offiziellen Worte von Horst-Dieter Radtke als Leiter der Gardelegener Karl-Marx-Sekundarschule. Danach winkte er noch einmal, leicht verlegen blickend, in die Runde.

Und die 300 gestern auf dem Schulhof versammelten Schüler der Einrichtung an der OdF-Straße verabschiedeten ihren Leiter mit einem donnernden Applaus. So manch einer musste schlucken, als Radtke am letzten Schultag vor den Sommerferien von jedem Klassensprecher einzeln noch ein Geschenk im Namen der Klassen überreicht bekam und per Handschlag in den Ruhestand verabschiedet wurde. Keine Frage: Radtke war ein durchaus beliebter Schulleiter. Einer, der immer für die Schüler ein offenes Ohr hatte, dessen Tür stets offen stand, der ausgleichend wirkte und der gemeinsam mit dem Lehrerkollegium, den Eltern und den Schülern nicht nur gute Tage durchlebte.

Ganz zum Schluss musste der scheidende Schulleiter noch Autogramme geben – auf die Schul-T-Shirts „seiner“ Schüler.

Als Radtke vor elf Jahren in die damalige Karl-Marx-Sekundarschule kam, trug sie zwar den selben Namen wie heute. Aber es war eine ganz andere Schule: Ein heruntergekommenes und unsaniertes Gebäude aus den 1960-er Jahren, in deren Fluren es stank. Die Motivation von Schülern und Lehrern Aufrecht zu erhalten, war mit die Aufgabe des Schulleiters. Als dann der Neubau gleich nebenan hochgezogen wurde, als es die Eröffnung gab, war auch Radtke erleichtert. Denn die Arbeitsbedingungen verbesserten sich schlagartig. Und so war es für ihn in den vergangenen Tagen „schon ein komisches Gefühl“, vieles zu letzten Mal zu machen: Die letzte Zeugnisausgabe, die letzte Schulleitertagung, die letzte Lehrerkonferenz.

Am Donnerstag ging es für alle Lehrkräfte zu einer Fahrt nach Tangermünde. Dort erhielt Radtke von seinen Kollegen ein besonderes Geschenk: Eintrittskarten für sich und seine Ehefrau zum Udo-Lindenberg-Musical „Hinterm Horizont“ in Berlin, inclusive zwei Übernachtungen. Schon gestern, kurz nach der Verabschiedung in der Schule inclusive Autogrammeschreiben auf die Schul-T-Shirts „seiner“ Schüler, ging es ab in die Hauptstadt. Und nach „Hinterm Horizont“ eröffnen sich für den Ruheständler ab sofort neue Freizeit-Horizonte.

Von Stefan Schmidt

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