Anwohner und Stadträte ärgern sich über Gefahrenquelle auf der Schillerstraße in Gardelegen

Hohe Hürden für Rollator-Nutzer

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Hannelore von Baehr, Gardelegens Stadträtin, ärgert sich über das Nein der Behörden und fordert einen Fußgängerüberweg an der Schillerstraße, Ecke Straße der Freundschaft.

Gardelegen. „Das Thema habe ich schon mehrfach angesprochen. Aber es tut sich einfach nichts. “ Sieghard Dutz, Mitglied des Stadtrates in Gardelegen, schüttelt den Kopf, als er am Fahrbahnrand an der Schillerstraße in Gardelegen steht.

Neben ihm steht Hannelore von Baehr, ebenfalls Stadträtin. Beide wohnen im Neubaugebiet Schlüsselkorb und kennen die Problematik seit vielen Jahren. Am Abzweig Schillerstraße / Straße der Freundschaft gibt es einen Überweg für Fußgänger und Radfahrer, der viel genutzt wird. „90 Prozent der Schlüsselkorb-Bewohner“, so schätzt Sieghard Dutz, „gehen hier über die Straße, um in die Innenstadt zu gelangen. “.

Doch einen offiziellen Überweg gibt es an dieser Stelle gar nicht. Stattdessen eine Bordsteinkante sowie eine kleine „Sprungschanze“ zwischen Gosse und der Fahrbahndecke, die es beispielsweise Rollator-Nutzern fast unmöglich macht, über die Straße zu gelangen. „Das hier ist unzumutbar“, schimpft eine Rentnerin, die gerade mit ihrem Rollator zum Einkaufen in die Innenstadt will.

„Ich habe jedes Mal Angst, dass mir an dieser Stelle etwas passiert“, sagt sie, während ein Kleintransporter gerade mal einen Meter an ihr vorbei fährt. Zumal der Fahrzeugverkehr mitunter massiv ist.

Trotz mehrerer Versuche, zuständige Behörden für eine Übergabe zu gewinnen, gab es bisher nur Absagen (wir berichteten). Zu unübersichtlich sei die Stelle für Autofahrer, verbunden mit einer Kurve und der Einmündung aus dem Schlüsselkorb, um dort einen Zebrastreifen einzurichten. Ein Überweg wäre eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer.

Das sehen viele Nutzer ganz anders. Zwar gibt es 150 Meter weiter stadtauswärts, in Höhe des Jägerstiegs, einen Zebrastreifen. „Aber der wird deutlich weniger genutzt als der direkte Weg in der Schillerstraßen-Kurve“ weiß Sieghard Dutz. Und Hannelore von Baehr ergänzt. „Es kann niemandem zugemutet werden, insgesamt 30 Meter Umweg beispielsweise mit dem Rollator zurückzulegen.“

Möglich, so Dutz wäre auch eine Erweiterung der Tempo-30-Zone stadtauswärts.

Von Stefan Schmidt

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