Wirtschaftsförderin Julia Schlüsselburg will sich vermehrt der „Bestandssicherung“ widmen

Gardelegen: Hilfe im Kampf gegen Leerstand

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Gardelegens Wirtschaftsförderin in der Fußgängerzone – dort stehen viele Geschäfte leer. Sie will sich vermehrt um die „Bestandssicherung“ kümmern.

Gardelegen. Wirtschaftsförderung – das wurde in Gardelegen über viele Jahre hinweg mit der Neuansiedlung größerer Betriebe in Verbindung gebracht.

Ob Eldisy, NTN (früher IFA Gelenkwellenwerk) oder auch das Glaswerk: Neue Firmen sorgten für Arbeitsplätze, Gewerbesteuereinnahmen und auch für einen Prestigegewinn für die Stadt.

Doch die Zeiten ändern sich. Schon seit mehreren Jahren gab es keine Neuansiedlung mehr in Gardelegen. Und die seit gut sieben Monaten im Dienst befindliche Wirtschaftsförderin Julia Schlüsselburg – sie ist die Nachfolgerin von Mandy Zepig, die vor knapp einem Jahr vom Posten der Wirtschaftsförderin auf den Bürgermeisterstuhl wechselte – kümmert sich verstärkt um die „Bestandssicherung“, wie sie sagt. Also um die vorhandenen Gewerbetreibenden und deren Probleme. Die fühlten sich über Jahre hinweg von der Stadt vernachlässigt.

Das größte Problem vor allem der Einzelhändler ist dabei der Leerstand. Allein auf der Ernst-Thälmann-Straße und der Nicolaistraße gibt es aktuell neun nicht genutzte ehemalige Geschäfte. Meistens wegen des Eintritts ins Rentenalter oder, wie bei der PUG-Verkaufsstelle, die vor zwei Wochen schloss, wegen des geringen Umsatzes.

Wie man die Betriebsnachfolge regelt, will Julia Schlüsselburg hiesigen Geschäftsleuten am 21. April an einem Wirtschaftsabend im Haus II der Stadtverwaltung, Raum Rieseberg, näher bringen. Ab 18 Uhr gibt es Referenten vom „Netzwerk Unternehmensnachfolge Sachsen-Anhalt“. Anmelden kann man sich dazu auf der städtischen Internetseite www.gardelegen.de. Insgesamt, so berichtete Julia Schlüsselburg im städtischen Wirtschafts- und Finanzausschuss, gebe es im Gardelegener Stadtgebiet mehr als 1200 registrierte Betriebe – vom Existenzgründer bis zu Boryszew, dem ehemaligen AKT.

Von Stefan Schmidt

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