Premiere im Zichtauer Gutspark: Wandelkonzert junger Musiker unter freiem Himmel

Harfenklänge am Wasserfall

Harfenistin Babett Niclas spielte unter freiem Himmel.

Zichtau. Reinhard Seehafer, der musikalische Leiter der von Zichtau ausgehenden Altmark Festspiele, ist stolz darauf, „Kultur an besonderen Orten“ präsentieren zu können.

Wie am Sonnabendnachmittag, als es erstmals ein so genanntes Wandelkonzert gab: Musik an drei verschiedenen Orten, kurz hintereinander. Junge Musiker hatte sich das Gut Zichtau dazu eingeladen. Sie stimmten ihre Instrumente „in Konkurrenz“ zum Vogelgezwitscher unter freiem Himmel an. Das Wetter dazu war ideal: Nur ein paar harmlose Wolken, dazu sommerliche 25 Grad und ein laues Lüftchen. das durch den Gutspark wehte.

Den Anfang machte die Harfenistin Babett Niclas, die oberhalb des Wasserfalls spielte. Harfenklänge mit Geplätscher als „Hintergrundmusik“ – so mancher der etwa 100 Zuhörer schloss, auf einem Stuhl sitzend oder Picknick machend auf einer ausgebreiteten Decke, träumerisch die Augen.

Nach einer halben Stunde folgte dann der erste Ortswechsel: Ronny Kaufhold spielte in der Orangerie am Klavier. Das Instrument war schlichtweg zu sperrig, um es herauszutragen. Und so wurden die Türen geöffnet, die Musikliebhaber saßen im Freien, während die Hände des der Pianisten drinnen spielerisch über die Tasten gleiteten.

Celloklänge unter dem mächtigen Lindendom: Laura Moinian und Alexej Shadrin spielten klassische Musik.

Station drei war der mächtige Lindendom. Direkt darunter spielten Laura Moinian und Alexej Shadrin auf ihren Violoncelli. Und hatten anfangs ganz profane Probleme: Die Notenblätter flatterten immer wieder vom Notenständer herunter. Die jungen Musiker behalfen sich mit einem (ausgeschalteten) Handy als Beschwerer sowie einem Stein, der neben der kleinen Bühne auf dem Boden lag – die Besonderheiten eines Gartenkonzertes. Bis Carmen Seehafer, die Ehefrau des musikalischen Leiters, mit Wäscheklammern aushalf.

Reinhard Seehafer kündigte angesichts der besonderen Atmosphäre eine Neuauflage für den nächsten Sommer an. Was zu wünschen wäre. Denn „Kultur an besonderen Orten“, das war das Wandelkonzert am Sonnabendnachmittag auf jeden Fall.

Von Stefan Schmidt

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