Stadt sucht privaten Anbieter für 2017 / Eintritt bleibt

Hansefest: Der Wall ist Vergangenheit

Der Wall als Ort des Gardelegener Hansefestes hat offenbar ausgedient. Stadtverwaltung und Veranstalter lassen das Hansefest im August jedenfalls in der Innenstadt stattfinden.

Gardelegen. Die Meinungen waren überwiegend negativ. In der Besucherbefragung beim vergangenen Hansefest, das Anfang August 2015 auf Teilen des historischen Walles stattgefunden hat, kam heraus:

Die meisten der Besucher wollen, dass das Stadtfest wieder, wie schon in den Jahren zuvor, im Gardelegener Stadtzentrum stattfindet. Und so wird es in diesem Jahr am ersten August-Wochenende (5. bis 7. August) also wieder ein Hansefest rund um das Rathaus und in den anliegenden Straßenzügen geben. Veranstalter ist wieder die Magdeburger Agentur Alex mit ihrem Chef Alexander Kopke.

Doch für 2017 könnte es einen neuen Anbieter geben. Jedenfalls hat die Stadt das Fest für das kommende Jahr offiziell ausgeschrieben. Hinter vorgehaltener Hand waren manche Stadträte, aber auch Verwaltungsmitarbeiter mit der Durchführung und vor allem mit dem Programm des 2015er Hansefestes alles andere als zufrieden. Das Händlerangebot wurde ebenso kritisiert wie die mittelalterlichen Darbietungen und das musikalische Programm. Insbesondere der Abschluss des Festes am Sonntagabend mit der „Neuen Deutschen Welle“ (NDW)-Party und längst in die Jahre gekommenen Ex-Stars und Ex-Sternchen wie Fräulein Menke, Hubert Kah und Markus gefiel längst nicht allen Besuchern.

Ob sich neben Alexander Kopke einer oder mehrere weitere Anbieter bewerben, muss abgewartet werden. „Das ist eine Frage von Angebot und Nachfrage“, ist auch Bürgermeisterin Mandy Zepig gespannt auf die Resonanz.

Fest steht: Ab diesem Jahr wird das Hansefest wieder in der Innenstadt gefeiert. Und der musikalische Höhepunkt – wohl wieder eine MDR-Show – soll nicht erst zum Abschluss des dreitägigen Festes am Sontagabend stattfinden, sondern bereits am Sonnabend oder gar am Eröffnungstag, dem Freitagabend.

Was sich nicht ändern soll: Auch in den nächsten Jahren soll das Gardelegener Hansefest Eintritt kosten. Zwar gibt es immer wieder Kritik an den Tagestickets. Aber Mandy Zepig verteidigt die Eintrittspreis-Strategie. „Dadurch hat man wenigstens einen Überblick, wer sich auf der Festmeile aufhält“, so ihr Argument. Und: Der private Anbieter wird nicht aus der Stadtkasse unterstützt, trägt somit das finanzielle Risiko ganz alleine. Über das Eintrittsgeld sind zumindest gewisse Einnahmen gesichert.

Bestandteil der öffentlichen Ausschreibung für das 2017er Hansefest ist aber auch, dass ein Tagesticket maximal vier Euro kosten darf. Mehr Geld darf vom Veranstalter nicht kassiert werden.

Von Stefan Schmidt

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