Über 1000 Metal-Fans feiern drei Tage in Gardelegen / Auch das Wetter spielt mit

Die härteste Wiese der Altmark: Metal Frenzy

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Voller Hingabe: Man(n) muss eben nicht immer lange Haare haben, um beim Metal Frenzy Emotionen zu zeigen. Fotos: Weber

Gardelegen. Gestern Vormittag war dann doch eine leichte Katerstimmung auf dem Festivalgelände am Gardelegener Erlebnisbad zu spüren. Kein Wunder, denn hinter den Metal-Fans liegen ja auch drei durchaus anstrengende Tage auf dem 3. „Metal Frenzy Open Air“.

Genau genommen waren es sogar vier Tage mit Musik, denn ehe das Festival am Donnerstag offiziell eröffnet wurde, stand bereits am Mittwochabend die große Warm-Up-Party auf dem Programm. Natürlich mit Live-Musik, wobei die Motörhead-Cover-Band „Kilminister“ die bereits zahlreich angereisten Metal-Fans stilecht auf das Festival einstimmte.

„Wir sind sehr zufrieden. Das Festival lief super ab und es gab keine größeren Probleme“, zog Organisator Robert Röttger am gestrigen Sonntag ein erstes positives Fazit. Was die Besucherzahlen angeht, konnte Röttger noch nichts sagen. „Die genauen Zahlen liegen mir noch nicht vor, aber es waren definitiv über 1000 Leute“, bestätigte der Gardelegener. Und die nahmen zum Teil weite Anreisen in Kauf, um in Gardelegen dabei zu sein. Neben Besuchern aus der gesamten Altmark und Sachsen-Anhalt, fanden nämlich auch Metal-Fans aus dem gesamten Bundesgebiet den Weg in die Rolandstadt.

Richtig Glück hatten die Organisatoren an praktisch allen drei Festivaltagen mit dem Wetter. Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung aufgrund eines Gewitters am Sonnabendnachmittag, wurden die Festivalbesucher mit angenehmen Temperaturen belohnt. „Ja, wir hatten echt mega Glück. Das Wetter ist aus meiner Sicht enorm wichtig, insbesondere für die Moral der Besucher. Dass wir das Festival am Sonnabend kurz unterbrechen mussten, war hingegen eine reine Vorsichtsmaßnahme. Nach knapp zehn Minuten konnte es ja schon weiter gehen“, so Röttger.

Eröffnet wurde das Festival am Donnerstag mit der Band „Eternal Delyria“ aus der Schweiz, die den ausgeschriebenen Band-Contest für sich entschied. Als erster großer Höhepunkt stand dann am Abend „Dark Tranquillity“ auf der Bühne. Die Melodic-Death-Metaller aus Schweden zogen die Besucher in ihren Bann und lieferten eine richtig gute Show ab.

Am Freitag stand dann bereits kurz vor dem Mittag die erste Band auf der Bühne und eröffnete den zweiten Festivaltag. Richtig zur Sache ging es dann aber erst gegen Abend. Zunächst sorgte die Hardcore-Formation „Rykers“ für mächtig Stimmung und heizte der Menge mächtig ein. Anschließend folgten „Primal Fear“, die mit ihrem Power Metal nahtlos anschlossen. Richtig rund ging es dann aber beim zweiten Headliner des Festivals. Mit der Band „Napalm Death“ stand nämlich ein echtes Schwergewicht auf der Bühne. Die Engländer rissen die Massen mit ihrem schnellen „Extrem-Metal“ mit und sorgten für mächtig Bewegung vor der Bühne.

Und auch am dritten und letzten Festivaltag hatten die Organisatoren einiges zu bieten, denn am Sonnabend standen noch einmal zwölf Bands auf der Bühne. Den Anfang machten dabei die Lokalmatadoren „Yascha“. Am frühen Abend wurde den Metal-Fans dann noch einmal alles abverlangt. „9mm“ sorgten mit ihrem party-tauglichen Rock-n-Roll für ordentliche Stimmung und ebneten den Weg für den Höhepunkt des gesamten Festivals. Den krönenden Abschluss des 3. „Metal Frenzy“ bildete nämlich eine waschechte Doppel-Headliner-Show zweier Trash-Metal-Giganten. Zunächst griffen die Männer von „Sodom“ um Frontmann Tom Angelripper kräftig in die Saiten und legten die Messlatte verdammt hoch. Da konnte die folgende Band jedoch absolut mithalten. „Overkill“ aus den USA legten ein echtes Trash-Metal-Feuerwerk hin, so dass die Festival-Besucher noch einmal ordentlich gefordert wurden.

Am gestrigen Sonntag hieß es dann für die Metal-Heads Sachen packen, Zelte abbauen und sich auf die Heimreise begeben. Und obwohl das Festival gerade erst zu Ende gegangen ist, stellte sich bei vielen Besuchern bereits die Vorfreude auf eine mögliche vierte Auflage ein. Doch ob es das „Metal Frenzy Open Air“ auch 2017 in Gardelegen geben wird, steht noch nicht fest. „Wir müssen jetzt erst einmal diese Veranstaltung auswerten, werden dann in Ruhe die Fakten analysieren und schauen dann was passiert“, konnte Robert Röttger noch keine Prognose mit Blick auf 2017 stellen.

Von Tobias Weber

Metal Frenzy: Der Sonnabend

Metal Frenzy: Der Freitag

3. Metal Frenzy in Gardelegen rockt

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