Estedt – Gardelegen – Mieste

Grundschüler aus Estedt sollen auch weiterhin zur Sekundarschule nach Mieste wechseln

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Die ländliche Grundschule in Estedt ist seit dem Sommer geschlossen. Die Kinder aus diesem Schuleinzugsbereich gehen seitdem in die Otto-Reutter-Grundschule nach Gardelegen – und sollen danach zur Sekundarschule nach Mieste wechseln.

Estedt / Mieste. Die Schüler aus dem Grundschul-Einzugsbereich Estedt sollen auch in den nächsten Jahren nach Mieste zur dortigen Sekundarschule „Am Drömling“ fahren. Das sieht eine Beschlussvorlage vor, die den Mitgliedern des Kreistages vorliegt.

Zuerst beschäftigt sich der Kreis-Bildungsausschuss während seiner Zusammenkunft, die am heutigen Dienstag in Salzwedel stattfinden wird, damit.

Dass die Grundschulkinder aus dem Bereich Estedt zur Sekundarschule nach Mieste gehen, ist nicht neu. Seit mehr als zehn Jahren, seit einem Kreistagsbeschluss vom April 2005, wird dies so gehandhabt. Im Extremfall bedeutet dies: Kinder aus Zichtau fahren erst die 13 Kilometer nach Gardelegen, um dort umzusteigen und mit einem anderen Bus zur Sekundarschule nach Mieste gebracht zu werden. Ähnlich ergeht es den Kindern aus Estedt, Schenkenhorst, Berge, Ackendorf, Laatzke und Wiepke, die alle dem bisherigen Grundschulstandort Estedt angehörten.

Die Grundschule in Estedt ist aber seit Sommer geschlossen. Die Erst- bis Viertklässler werden seitdem in der Otto-Reutter-Grundschule an der Gardelegener Nicolaistraße unterrichtet. Diese Schule schickt ihre Schüler nach der vierten Klasse in die Karl-Marx-Sekundarschule, die sich ebenfalls in Gardelegen befindet. Die Distanz dorthin: Etwa anderthalb Kilometer.

Dies soll aber nicht für die Kinder aus dem einstigen Grundschul-Einzugsbereich Estedt gelten. Denn: Die Sekundarschule in Mieste benötigt die Mädchen und Jungen aus den genannten Dörfern, um sicher die 180-Schüler-Marke zu überspringen. Laut Beschlussvorlage „bilden die Sekundarschulen in Gardelegen und Mieste einen Mehrfachstandort“. Soll heißen: Eine dieser Schulen – in diesem Fall Karl-Marx in Gardelegen – muss mindestens 240 Schüler vorhalten. Die Miester Schule muss mindestens 180 Schüler vorweisen können. Würden die Kinder aus dem Raum Estedt künftig auf die Sekundarschule nach Gardelegen gehen, „hätte dies eine Schwächung dieses Standortes“ – gemeint ist Mieste – zur Folge. Denn dann würde die Schülerzahl nur knapp über 190 Schüler betragen. Betroffen von dieser Regelung, über Estedt nach Gardelegen zu fahren, wären für das kommende Schuljahr 38 Mädchen und Jungen aus dem einstigen Grundschul-Einzugsbereich Estedt. Dass Sekundarschüler auf dem Weg zum Unterricht umsteigen müssen bzw. dies auch auf dem Nachhauseweg tun, ist nicht neu. Seit vielen Jahren sind davon die Sekundarschüler aus Letzlingen und den Nachbardörfern betroffen, die ebenfalls in Gardelegen auf dem Weg nach Mieste den Bus wechseln müssen.

Von Stefan Schmidt

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