Schützen-Historie beim Königsball

Als aus Gilde Verein wurde

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Mit Tschingderassabum ging es gestern beim Umzug gemeinsam durch die Stadt. Die neuen Majestäten durften in der Kutsche Platz und fuhren dem Zug voran.

Gardelegen. Mit dem großen Umzug endete gestern das Jubiläums-Schützenfest des Gardelegener Vereins 25 Jahre nach der Neugründung 1990. Für den guten Ton dabei sorgten der Spielmannszug Wernstedt-Engersen sowie die Schalmeienkapelle Flechtingen.

Und als Gäste konnten die Gardelegener Abordnungen der Schützenvereine aus Klötze und Letzlingen, von der Kalbenser Schützengilde und von den Jävenitzer Landwehrschützen begrüßen.

Ein Teil von ihnen war auch schon am Sonnabendabend beim Königsball zu Gast, um dem Jubilar zu gratulieren und Präsente zu überreichen. Der Abend begann nach der Begrüßung aller Gäste durch den Vereinsvorsitzenden Peter Wiechmann allerdings zunächst mit der Proklamation der neuen Majestäten und einem kleinen Rückblick auf die Vereinsgeschichte.

Dazu hatten sich die Gardelegener Schützen einen besonderen Gast eingeladen – Uralt-Bürgermeister Julius Beck nämlich, alias Rupert Kaiser. Und dieser referierte sehr kurzweilig über die Vereinshistorie, die 1553 mit der Gründung der Schützengilde ihren Anfang nahm. Damals hatten es zahlreiche Räuberbanden auf das, durch den wohlschmeckenden Gerstensaft wohlhabende Gardelegener abgesehen. Dieser Kampfauftrag verlor sich mit den Jahren. Es wurde nur noch für die Ehre, das Vergnügen und aus Spaß geschossen. Und schon vor der Reichsgründung 1871 und der folgenden Vereinsmeierei hatte sich die Gilde in einen Verein verwandelt.

Es gab immer wieder durch Kriege hervorgerufene Pausen. Doch die Pause nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete sich länger. Geschossen wurde nur noch bei der GST. Erst nach der Wende war die Neugründung möglich, die nun auch schon wieder ein Vierteljahrhundert her ist. Julius Beck wünschte auch für die zukünftige Vereinsarbeit nur das Beste und gab den Schützen mit einem Augenzwinkern mit auf den Weg: „Und vergessen Sie eines nicht: Gewehrkugeln durchschlagen auch dickes Holz. Deshalb: Immer schön den Kopf weg!“

Von Elke Weisbach

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