1945 eingeschmolzen

Geld für neue Glocke in Schenkenhorster Kirche ist zusammengekommen

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Landrat Michael Ziche (2. von links) und Sparkassen-Vorstand Ulrich Böther (Mitte) übergaben das noch fehlende Geld an die Schenkenhorster Gemeindekirchenratsmitglieder Caspar Boshamer (links), Uwe Roitsch (rechts) und Gordon Sethge (2. von rechts).

Schenkenhorst. Es war in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, als für die große Glocke in der Schenkenhorster Kirche buchstäblich die letzte Stunde geschlagen hatte: Um das untergehende „Dritte Reich“ dennoch irgendwie zu verteidigen, holten die Nazis die mächtige Bronzeglocke aus dem Kirchturm herunter und schmolzen sie ein – aus der friedlichen Glocke wurde auf diese Weise Kriegsmunition.

Seitdem läutet eine Stahlglocke den Schenkenhorster die Stunden. Doch das Ziel des Gemeindekirchenrates ist es seit vielen Jahren, wieder eine echte Bronzeglocke aufzuhängen.

Aber solch ein Vorhaben kostet Geld. Geld, das die Verantwortlichen nach Aussage von Gemeindekirchenratsmitglied Caspar Boshamer seit gestern zusammengetragen haben. Den neben diversen Eigenmitteln und Spenden gab es gestern eine entscheidende Geldspritze. Und zwar von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Ulrich Böther, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Altmark West, und Landrat Michael Ziche übergaben an den stellvertretenden Gemendekirchenratsvorsitzenden Uwe Roitsch den symbolischen Scheck über 21 500 Euro. Damit ist ein Großteil der benötigten 35 000 Euro abgesichert. „Das ist ein Wahnsinnsbetrag für uns, wir sind überwältigt“, freute sich Roitsch, der auch Ortsbürgermeister in Schenkenhorst ist.

Im nächsten Jahr, so sieht es der Zeitplan vor, soll die neue Glocke bereits wieder läuten. Und zwar in Form eines Eröffnungskonzerts, möglicherweise mit den Magdeburger Philharmonikern. Entsprechende Gespräche wegen eines Auftritts laufen derzeit.

Von Stefan Schmidt

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