Engere Zusammenarbeit mit der Stadt

Gardelegens Tierheim leidet unter Personalmangel

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Etwa 30 junge Katzen warten derzeit im Gardelegener Tierheim auf liebevolle Besitzer. Die Einrichtung ist unter der Telefonnummer (0 39 07) 71 51 05 zu erreichen.

Gardelegen. Im Dezember, sagt Petra Gewasda, da wolle sie mal eine Woche raus. Da wolle sie Urlaub machen. Wer dann aber das Tierheim in Gardelegen betreut, sei völlig unklar.

Die ehrenamtliche Leiterin der Tieraufnahmestation nördlich von Gardelegen traf sich gestern mit Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig und der städtischen Ordnungsamtsleiterin Birgit Matthies zum Gespräch. Hauptthema: Die personelle Situation im Tierheim.

Denn der Tierschutzverein, der die Anlage betreibt, arbeitet komplett ohne hauptamtliche Kräfte. „Das ist für uns finanziell nicht zu stemmen“, sagt dazu Vereinsvorsitzender Kurt Gewasda. Und so sind seine Ehefrau Petra, dazu zwei FÖJler (Freiwilliges Ökologisches Jahr) und mehrere Ehrenamtliche tagsüber sowie am Wochenende im Einsatz, um die Tiere – vor allem Hunde und Katzen – zu betreuen.

Derzeit leben im Tierheim mehr als 60 Katzen – fast doppelt so viele wie vorgesehen. Immer wieder kämen Personen vorbei und brächten Kätzchen zum Tierheim. „Wir können die doch nicht draußen am Zaun aufhängen“, erklärt dazu Petra Gewasda: „Wir sind überbelegt.“ Mitunter greifen Passanten auch herrenlos umherstreunende Katzen auf und bringen sie sofort zum Tierheim. „In der Annahme“, sagt Kurt Gewasda, „dass wir die Lösung für alle Probleme sind.“ Die Bitte der Tierschützer: Nicht jede Katze, die umherläuft und miaut, ist automatisch ein Fall für das Tierheim.

„Wenn das Tier verwahrlost und abgemagert ist, dann ja“, betont Petra Gewasda. „Mitunter ist die Katzenmutter aber auch einfach nur nicht vor Ort, weil sie auf Futtersuche ist.“

Grundsätzlich gilt: Katzen werden nur kastriert weitervermittelt. Was für die Neubesitzer einen Kostenaufwand von 70 Euro ausmacht. „Wir müssen die Kastrationskosten ja irgendwie wieder reinholen“ sagt Kurt Gewasda.

Wobei: Die Stadt Gardelegen übernimmt diese Kastrationskosten. Etwa 90 Cent pro Einwohner zahle die Kommune pro Jahr an den Tierschutzverein, erklärt Birgit Matthies. Unterteilt in eine Pauschale von 50 Cent pro Einwohner sowie weitere Zusatzkosten wie eben die für Kastrationen.

„Das Tierheim übernimmt eine Pflichtaufgabe der Stadt“, betont Mandy Zepig, die als Bürgermeisterin erstmals im Tierheim war. Sie bot dem Tierschutzverein eine engere Zusammenarbeit als bisher an. Beispielsweise bei Anträgen an Behörden.

Eine Lösung für die Personalnot gab es beim gestrigen Gespräch noch nicht. Aber die Hoffnung auf weitere Ehrenamtliche. Da gehe es aber nicht nur darum, mit Wuffi Gassi zu gehen und Mieze zu kraulen. „Die Arbeit im Tierheim hat auch viel mit unangenehmen Gerüchen zu tun und mit der Beseitigung von Hinterlassenschaften“, beschreibt Petra Gewasda das Aufgabenfeld.

Von Stefan Schmidt

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