Seit geraumer Zeit keinen Zuwachs aus dem Nachwuchs

Gardelegens Ortsfeuerwehr: Derzeit Flaute, bald ein Problem?

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Die Gardelegener Ortsfeuerwehr hat nach Angaben von Wehrleiter Hendrik Lehmann zwar „eine Top-Ausstattung“. Aber seit anderthalb Jahren ist keine Nachwuchskraft mehr aufgerückt.

Gardelegen. Momentan, so Hendrik Lehmann, Gardelegens Ortswehrleiter, sei alles noch gut. „Wir haben genügend aktive Einsatzkräfte. “ Aber „in zwei, drei Jahren, da könnten wir ein Problem bekommen.

“ Denn die Zahl der aktiven Feuerwehrleute – also jene, die auch wirklich zu Einsätzen mit rausfahren – werde dann geringer. Grund dafür: Die Gardelegener Ortsfeuerwehr hat viele junge Einsatzkräfte, aber auch etliche, die bereits das 50. Lebensjahr überschritten haben. Und die in absehbarer Zeit den aktiven Dienst aus Altersgründen verlassen müssen.

Seit anderthalb Jahren, so berichtet Hendrik Lehmann, komme aus dem Nachwuchs nichts mehr hoch. Die Gardelegener Wehr hat zwar eine Jugendwehr und seit dem vergangenen Jahr auch eine Kinderfeuerwehr. Aber der Sprung zu den Erwachsenen ist aus den verschiedensten Gründen problematisch. „Sie ziehen nach der Schule weg, studieren, finden woanders Arbeit oder gründen eine Familie“, listet Gardelegens Wehrleiter auf.

Die Folge könnte sein: „Irgendwann müssen wir bei größeren Einsätzen auch die Wehren aus der Umgebung mit alarmieren.“ Dies geschieht derzeit nur in absoluten Ausnahmefällen. Eher ist das Gegenteil der Fall: Bei größeren Einsätzen in der Umgebung – wie im vergangenen Juli beim Wohnhausbrand in Wannefeld – wird neben der Wehr vor Ort auch die Gardelegener Feuerwehr herbeigerufen. „Diese Aufgabe übernehmen wir gerne und sehen uns natürlich auch in der Verantwortung“, erklärt Hendrik Lehmann.

Er hofft deswegen auf Interessenten, die der Gardelegener Feuerwehr beitreten wollen. Sie müssten auch nicht sofort in den aktiven Dienst gehen. Zumal dies dann oft mit Lehrgängen verbunden ist. Hendrik Lehmann wirbt mit einer „Top-Ausstattung“ sowohl was das Gerätehaus als auch die Fahrzeuge angeht. Sein Fazit: „Im Moment haben wir eine kleine Flaute. Wird es nicht besser, haben wir in zwei, drei Jahren ein großes Problem.“

Derzeit verfügt die Gardelegener Ortsfeuerwehr über 54 aktive Einsatzkräfte. 19 davon sind aber nur „bedingt einsatzbereit“, wie Hendrik Lehmann erläutert: Sie können beispielsweise wegen auswärtiger Arbeitsplätze nicht immer ausrücken. Das Durchschnittsalter der Aktiven liegt bei 33 Jahren, es gibt 40 Atemschutzgeräteträger.

Von Stefan Schmidt

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