„Übermäßige Straßenbenutzung“ als Ordnungswidrigkeit

„Gaffer“ sind dabei, behindern aber nicht

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Gardelegens Revierkommissariatsleiter Torsten Neumann (links) und Salzwedels Polizeichef Sebastian Heutig: Bisher keine konkreten Behinderungen durch „Gaffer“. Foto: Archiv / sts

Gardelegen. Die Feuerwehrleute kennen dieses Szenario: Wenn sie mit ihren Einsatzfahrzeugen aus dem Gardelegener Gerätehaus herausfahren, um möglichst schnell am Einsatzort zu sein, dann lauern sie.

Dann stehen mitunter mehrere Fahrzeuge gegenüber an der Pfahlweide, um hinter den Einsatzkräften herzufahren. Die zuvor im Stadtgebiet heulende Sirene war quasi der Anstoß zu diesem Verhalten. Besonders in den Sommermonaten kommt dies regelmäßig vor. Zwar kein wirkliches Ärgernis, weil die Einsätze nicht behindert werden. Aber offenbar ein willkommener Zeitvertreib vor allem bei jungen Autofahrern und vornehmlich an lauen Sommerabenden.

„Uns ist zwar kein konkreter Fall bekannt, bei dem Einsatzkräfte hier in der Region behindert worden sind“, sagt dazu Gardelegens Revierkommissariats-Leiter Torsten Neumann. Aber es gibt tatsächlich die Ordnungswidrigkeit der „übermäßigen Straßenbenutzung“, aufgeführt in Paragraph 29 der Straßenverkehrsordnung. Dies gilt vor allem für illegale Autorennen, aber eben auch – streng genommen – für das Hinterherfahren bei Feuerwehr- und Polizeieinsätzen. Mitunter kam es dabei schon zu eher skurrilen Szenen: Ein Einsatzleiter fragte die „Beobachter“ mal, ob sie denn nicht in die Feuerwehr eintreten würden – dann würden sie das Benzingeld sparen und könnten mit einem Einsatzfahrzeug zum Geschehen gebracht werden. Und einer dieser „Beobachter“ meldete sich tatsächlich nach einiger Zeit bei einer Feuerwehr: Er wolle bei den Brandschützern mitmachen, die Arbeit scheine doch recht spannend zu sein.

Mit höheren Strafen müssen künftig auch „Gaffer“ rechnen. Insbesondere dann, wenn sie mit ihren Privathandys Fotos von Unfällen machen. „Dieses Phänomen“, sagt Neumann, „haben wir bei uns aber nicht.“ Dies passiere vor allem auf Autobahnen.

Von Stefan Schmidt

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