Ein Jahr Bürgermeisterin Mandy Zepig: Fraktionen zufrieden

„Frisches Denken“ im Gardelegener Rathaus

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Heute vor einem Jahr: Gardelegens neue Bürgermeisterin Mandy Zepig wird von Vorgänger Konrad Fuchs (links) und dem Stadtratsvorsitzenden Kai-Michael Neubüser in ihr Amt eingeführt.

Gardelegen. Heute vor genau einem Jahr, am 6. Juli 2015, erhielt Mandy Zepig ihren Dienstschlüssel. Während der damaligen Stadtratssitzung übernahm sie offiziell das Amt des zuvor 14 Jahre lang regierenden Bürgermeisters Konrad Fuchs.

Ein Jahr Bürgermeisterin Mandy Zepig: Die Altmark-Zeitung fragte einige der Fraktionsvorsitzenden im Gardelegener Stadtrat, wie sie die Arbeit der nun 41-Jährigen bewerten. Das Ergebnis fällt überwiegend positiv aus.

„Frisches Denken“ sei ins Gardelegener Rathaus eingezogen, sagt Regina Lessing, die Chefin der Gemischten Fraktion. Es gebe eine „neue Qualität des Arbeitens“, sie sehe den Wechsel von Fuchs zu Zepig „positiv“. Die SPD-Frau gehe „nicht mit einer vorgefassten Meinung in Gespräche“ – ein unausgesprochener Seitenhieb auf Vorgänger Fuchs, mit dem die Gemischte Fraktion regelmäßig über Kreuz lag. Regina Lessing dazu: „Jetzt heißt es bei unseren Fraktionssitzungen öfter mal: Da müssen wir Mandy Zepig fragen. Dieser Vorschlag kam zu Zeiten von Konrad Fuchs nie“. Mandy Zepig, so Regina Lessing, sei „eine Teamplayerin“, sie sei „offener“, man könne „alle Probleme ansprechen“.

„Eines vorab: Ich habe sie nicht gewählt“, sagt CDU-Fraktionschef Jörg Gebur mit einem Schmunzeln. Aber: „Sie macht ihre Sache ganz gut.“ Natürlich würde die CDU „manches anders machen“, stellt er klar – die Christdemokraten schickten im Frühjahr 2015 Kai-Michael Neubüser ins Bürgermeisterrennen, der heute als Stadtratsvorsitzender bei Sitzungen direkt neben Mandy Zepig sitzt. Zepig sei „anders als Fuchs“, konstatiert Gebur. Und, mit leicht trockenem Humor: „Sie hat zumindest bisher keinen Schaden angerichtet.“

Dir Kuke, Vorsitzender der Fraktion Freie Liste / Feuerwehr, kandidierte bei der Bürgermeisterwahl ebenfalls, kam aber nicht in die Stichwahl. Sein Fazit: „Es macht sich bemerkbar, dass sie Juristin ist.“ Die Stadt habe mit Mandy Zepig „einen guten Fang gemacht“, ist er sich sicher. Auch wenn Dirk Kuke einschränkt: „In einem Jahr kann man noch nicht viele Bäume ausreißen.“ Mandy Zepig „nimmt auch mal Kritik an“, habe aber gleichwohl „Haare auf den Zähnen“, lasse sich also nicht alles gefallen. Kurzum, so Kuke: „Es passt.“

Von Stefan Schmidt

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