Regulärer Militärflugbetrieb voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2017 / 667 000 Euro Kosten

Flugplatz: Früher fertig als geplant

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Wie bei einem echten Flughafen: Die Gepäck- und Abfertigungshallen sind bereits so gut wie fertig.

Letzlingen. Von der Schnöggersburger Altstadt geht es über die Eiser – einen künstlichen Fluss, benannt nach dem früheren „Eisergrund“ unweit der tatsächlich mal existierenden Ortschaft Schnöggersburg – rund einen Kilometer weiter in Richtung Nordosten.

Dort befindet sich jenes Teil der Bundeswehr-Übungsstadt Schnöggersburg, das nach jetzigem Stand zuerst fertig sein wird: Der Flugplatz. Die Abfertigungs- und Gepäckhallen stehen bereits, dazu thront der Tower über allem. Nur wenige Meter vom Tower entfernt befindet sich ein Hubschrauber-Landeplatz. Und dahinter, direkt am Waldesrand, verläuft eine Landebahn. Sie nennt sich Behelfs-Landebahn, weil der 1,7 Kilometer lange Streifen nicht asphaltiert ist. Der Untergrund besteht aus verdichtetem Erdboden, Gras und Moos. „Wir haben dem Naturtschutz Rechnung getragen“, sagt dazu Hauptmannn Frank Würpel. Was zur Folge hat, dass Maschinen eher selten dort landen werden: 20 Starts und Landungen sind derzeit maximal pro Jahr vorgesehen.

Dass der Untergrund unbefestigt ist, muss kein Nachteil sein. Denn auch im Ausland sind nicht alle Flugplätze hochmodern, auch dort gibt es Natur-Landebahnen.

An beiden Enden der Piste gibt es 100 mal 100 Meter große Wendeschleifen für die Flugzeuge. Auch sie sind unbefestigt. Und: Geflogen werden kann nur bei Tageslicht. Denn das einzige sichtbare Licht leuchtet vom Tower herunter.

Nicht ohne einen gewissen Stolz verkündete Oberst Uwe Becker, der Leiter des Gefechtsübungszentrums (GÜZ) in Letzlingen, am Mittwoch beim Medientag in Schnöggersburg, dass der 667 000 Euro teure Flugplatz vorfristig fertig sein wird. Einen regulären Militärflugbetrieb soll es ab dem ersten Quartal 2017 geben.

Von Stefan Schmidt

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