Hauptausschuss lehnt Radler-Freigabe in Fußgängerzone ab und regt Geschwindigkeitskontrollen an

Gardelegen: Bald Flitzer-Blitzer für Radfahrer?

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Das Radfahren in der Gardelegener Fußgängerzone bleibt weiterhin umstritten. Im städtischen Hauptausschuss fand sich keine Mehrheit für einen Grundsatzbeschluss. Das letzte Wort hat nun am Montagabend der Stadtrat.

Gardelegen. Viola Winkelmann blickte leicht irritiert. Sie wisse gar nicht, warum manch einer grinse, erklärte das CDU-Fraktionsmitglied während der Sitzung des Gardelegener Hauptausschusses.

Am Dienstagabend diskutierte das Gremium über die mögliche Erlaubnis zum Radfahren in der Fußgängerzone – und die Frau aus Lüffingen hatte nachgefragt, auf welche Weise man die Geschwindigkeit der Pedalritter überprüfen könne. „Wir werden der Sache nachgehen“, erklärte dazu Bürgermeisterin Mandy Zepig. Die Klärung dieser Frage sei Aufgabe der Stadtverwaltung.

Ob die Radler-Raser, die nach einem Ja zum Radeln auf der Ernst-Thälmann-Straße ganz legal durch die Fußgängerzone fahren könnten, dann per Augenschein ein Bußgeld erhalten würden oder ob es einen Flitzer-Blitzer für Radfahrer geben soll, all das soll geprüft werden.

Möglicherweise kommt das Thema aber auch gar nicht zum Tragen. Denn der Hauptausschuss lehnte eine Grundsatzentscheidung zum Ja für das Radfahren ab. Bei 4:4 Stimmen gab es für diese von der Verwaltung erarbeitete Vorlage keine Mehrheit. Damit ist nur der Finanzausschuss für das Radeln. Der Bauausschuss will das Thema zurückstellen, um noch Details zu klären (wir berichteten).

Peter Wiechmann, das machte er deutlich, ist generell gegen eine Radfahr-Erlaubnis. „Ich möchte nicht, dass dort Fahrrad gefahren wird.“ Und erntete Widerspruch von seiner SPD-Fraktionskollegin Petra Müller: „Es ist aber der Bürgerwille.“ Wiechmann sprach von einer „Ohnmacht“ der Politik gegenüber den Radfahrern. Anlass war die Aussage der Vorsitzenden der Gemischten Fraktion, Regina Lessing, die sich mal „in den Wooling-Bereich“ der Fußgängerzone begeben habe und längere Zeit die Passanten beobachtet habe. Ihre Erkenntnis: Es herrsche ein „recht reges Hin- und Herfahren“ mit dem Rad. Man würde also nur „legalisieren“ was ohnehin Praxis sei.

Ratschlag von Mandy Zepig zu diesem Thema: „Einfach mal mit den Händlern sprechen.“ Die seien nämlich klar für eine Radfahr-Erlaubnis.

Von Stefan Schmidt

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