Solpkes Pfarrer Albrecht Warweg in die Ruhesphase der Altersteilzeit entlassen

„Ein unfrommer Frommer“

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Als Abschiedsgeschenk überreichte Superintendent Matthias Heinrich Pfarrer Albrecht Warweg ein Buch, das er noch nicht hat. Denn es handelte sich um einen Gutschein.

Solpke. Die Solpker Kirche konnte die Besucher gestern nicht fassen. Einige hatten auch auf Bänken vor dem Eingang Platz genommen. Denn es wurde nicht nur das Erntedankfest, sondern zudem der Abschied des langjährigen Pfarrers Albrecht Warweg gefeiert.

Dafür waren auch Propst Christoph Hackbeil, Superintendent Matthias Heinrich und Oberkonsistorialrat i. R. Christoph Hartmann, der Warweg als Vikar unter seine Fittiche genommen hatte, nach Solpke gekommen.

1978 kam Albrecht Warweg mit seiner Familie nach Solpke, wurde dort am 16. Dezember 1979 ordiniert und übernahm 1980 die Pfarrstelle, nannte Propst Hackbart, der die Predigt hielt, die anfänglichen Eckdaten. 35 Jahre habe er in Solpke gewirkt, sei mit der Kirchengemeinde gewachsen, habe sie gedeihen lassen. Nun sei, wie auch in der Natur, Zeit der Ernte. Es gebe zahlreiche sichtbare Früchte wie die schon zu DDR-Zeiten begonnenen Kirchensanierungen, Publikationen und Eintragungen ins Kirchenbuch über Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen. Doch die Wichtigste Aufgabe eines Pfarrer sei die Beziehungsarbeit mit den Menschen und mit Gott, deren Früchte wunderbar und groß, meist nicht sichtbar, aber heute in der Gemeinschaft in der vollbesetzten Kirche mit Händen greifbar seien. Zuhören, Ängste nehmen und Mut machen, trösten, das habe Warweg auch als Seelsorger im Maßregelvollzug Uchtspringe und im Gardelegener Krankenhaus allen Menschen angeboten. Wenn einer Hilfe gibt, ist das Gott, so Hackbeil. Das aber habe Warweg nie vor sich hergetragen. „Du bist noch heute ein unfrommer Frommer“, erklärte der Propst mit einem Schmunzeln, der immer menschlich und verständnisvoll ist und dessen Beziehungsarbeit Früchte trägt. Und das Fest soll Mut machen, dass es, auch wenn der Pfarrer nicht im Dienst bleibt, weiter geht, so wie es Albrecht Warweg mit Blick auf Pfarrer Gerd Hinke, der am 1. November den Pfarrbereich übernimmt, schon immer gesagt habe. Alle miteinander geteilten Erfahrungen bleiben. In Gott sei man weiter miteinander verbunden.

Von Elke Weisbach

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