Kreis untersagt weitere Arbeiten

Ehemaliger Kleinbahnhof am Gardelegener Burgwall: Erst Bauzaun, dann Baustopp

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Der ehemalige Kleinbahnhof am Burgwall in Gardelegen von hinten. Die Umbauarbeiten sind auf Anordnung des Kreises gestoppt: Es fehlte die Baugenehmigung für das Einzeldenkmal.

Gardelegen. Eine Woche lang herrschte hektische Betriebsamkeit auf dem Areal des ehemaligen Kleinbahnhofs am Burgwall in Gardelegen. Anbauten wie ein heruntergekommener kleiner Garagenkomplex wurden abgerissen.

Rund um das historische Gebäude befindet sich seit zwei Wochen ein Bauzaun. Mit der Folge, dass das „wilde Parken“ rund um den Kleinbahnhof, das seit vielen Jahren von Kunden des benachbarte Arbeitsamtes praktiziert wurde, seitdem nicht mehr möglich ist.

Doch seit dieser Woche herrscht Ruhe am Objekt. Denn auf Anfrage der Altmark-Zeitung bestätigt die Untere Denkmalschutzbehörde des Altmarkkreises Salzwedel, dass der Kreis einen Baustopp verhängt hat. Begründung: „Es erfolgte ein Beginn der Bauarbeiten vor Erteilung einer denkmalrechtlichen Genehmigung.“ Mit anderen Worten: Der private Bauherr aus Niedersachsen hat für die Sanierungsarbeiten am Einzeldenkmal keine Baugenehmigung beantragt.

Und so teilte die Behörde dem Besitzer mit: „Die Bau- bzw. Abbrucharbeiten sind unverzüglich einzustellen.“ Am Donnerstag vor einer Woche sei nun der Antrag „auf denkmalrechtliche Genehmigung und der Abbruchantrag eingegangen“, erklärt dazu Kreis-Pressesprecherin Birgit Eurich. Die Eingangsbestätigung „mit noch notwendigen Nachforderungen“ seitens der Unteren Denkmalschutzbehörde erfolgte am Mittwoch dieser Woche.

Wann weitergebaut werden darf, das steht noch nicht fest. Man werde sich „bemühen, nach Vorlage aller Nachforderungen den nun vorliegenden Antrag schnellstmöglich zu bearbeiten“, teilt die Genehmigungsbehörde dazu mit.

Der ehemalige Kleinbahnhof am nördlichen Gardelegener Stadtrand steht seit mehr als einem Jahrzehnt leer, die Bausubstanz ist längst marode, viele Fensterscheiben sind eingeschlagen. Noch vor etwas mehr als einem Jahr wollte ein in Gardelegen ansässiger Geschäftsmann das historische Gebäude umbauen, gab aber – auch wegen der denkmalschutzlichen Auflagen – dieses Vorhaben wieder auf.

Von Stefan Schmidt

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