Feuerwehr rettete ausgesperrte Katze an der OdF-Straße / Badehandtuch als Sprungtuch

Drohender Absturz vom Balkon

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Besorgter Blick nach unten: Das auf dem Balkon an der OdF-Straße in Gardelegen versehentlich ausgesperrte Kätzchen miaute mehrere Stunden lang herzzerreißend.

Gardelegen. Sie kamen ohne Blaulicht und Tatütata. Denn es ging nicht um Sekunden. Aber es ging um eine Rettungsaktion.

Am gestrigen Vormittag hatte die Bewohnerin eines Wobau-Blocks an der OdF-Straße in Gardelegen ihre Wohnung im vierten Stock verlassen, radelte mit dem Drahtesel davon – und hatte ganz offenbar ihre erst vor wenigen Tagen angeschaffte Katze versehentlich auf dem Balkon ausgesperrt.

Alsbald meldete sich Mieze miauend zu Wort – die herzzerreißenden tierischen Hilferufe blieben nicht ungehört. Besorgte Nachbarn alarmierten um 10.20 Uhr die Gardelegener Feuerwehr, die mit zwei Einsatzfahrzeugen vorfuhr.

Derweil versuchte die Katze, vom Balkon herunterzukommen. Und verhedderte sich dabei zwischenzeitlich in einer an der Balkonbrüstung aufgehängten schwarz-rot-goldenen Deutschlandfahne. Das offenbar noch sehr junge Tier drohte aus der vierten Etage abzustürzen. Auch wenn Katzen oft ohne Verletzungen tiefe Stürze überleben, machten sich Nachbarn Sorgen um das noch sehr junge Tier und spannten vorsichtshalber ein Badehandtuch auf dem Balkon darunter auf, um es als provisorisches Sprungtuch zu nutzen. Immer wieder maunzte der Stubentiger und versuchte, einen Ausweg aus seiner Lage zu finden, indem die Samtpfote auf der Brüstung hin und her lief und angstvoll in die Tiefe schaute.

Während die Gardelegener Feuerwehr bereits die Drehleiter vor den Wohnblock postierte, knackten weitere Einsatzkräfte, die das Treppenhaus hinaufgeeilt waren, das Türschloss und drangen auf diese Weise in die leere Wohnung ein. Kurz danach hielt Einsatzleiter Alexander Junge die Miezekatze in seinen Armen und brachte sie wohlbehalten ins Treppenhaus. Dort übernahm Feuerwehrfrau Nadine Behling die „Erstversorgung“ des Vierbeiners: Streicheleinheiten und gutes Zureden sorgten alsbald dafür, das die zuerst verängstigte Mieze nach wenigen Augenblicken zufrieden schnurrte.

Kurz nach der Rettung kam dann die Besitzerin mit ihrem Fahrrad zurück zu ihrer Wohnung und erfuhr vor der Eingangstür von all der Aufregung. Erleichtert konnte sie kurz darauf ihren Stubentiger wieder in die Arme nehmen und herzhaft knuddeln.

Ganz ohne Konsequenzen wird der tierische Rettungseinsatz vom gestrigen Vormittag für die Katzenbesitzerin aber wohl nicht bleiben. Denn vom städtischen Ordnungsamt wird wohl in den nächsten Tagen eine Rechnung ins Haus flattern.

Von Stefan Schmidt

Katze auf Balkon ausgesperrt: Nachbarn alarmieren Feuerwehr

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