Appelle für Frieden und friedliche Konfliktlösungen auf dem Gardelegener Rathausplatz

Derzeit so viele Kriege wie noch nie

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Nach dem die Ostermarschteilnehmer eingetroffen waren, war der Rathausplatz gut gefüllt. Dort fand auch der Ostermarkt mit zahlreichen Mitmachaktionen, Informationen sowie Essen und Trinken statt.

Gardelegen. Mit dem Einzug der Ostermarschteilnehmer (siehe Seite eins) füllte sich gestern Nachmittag der Gardelegener Rathausplatz mit einem Schlag. Dort fand nicht nur der Ostermarkt statt, sondern auch die Kundgebung für mehr Frieden in der Welt.

Und dafür, erklärte Bürgermeister Konrad Fuchs bei seiner Begrüßung, hätte sich die Friedensbewegung keinen treffenderen Ort als Gardelegen aussuchen können. Denn die Mahn- und Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe, die Ziel des Ostermarsches war, zeige deutlich, wozu Krieg Menschen macht, was Menschen im Krieg machen. Dass er nie einen persönlich erlebt habe, bezeichnete Fuchs als den glücklichsten Umstand seines Lebens. Dabei gebe es derzeit so viele Kriege wie noch nie, was auch Andrej Hunko aus Aachen, Mitglied der Bundestagsfraktion Die Linke, im EU-Ausschuss und in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, bestätigte.

Er bezog sich vor allem auf die Ostukraine, die er bereits öfter bereist und damit die Situation vor Ort aus erster Hand erfahren hat, und den damit verbundenen kalten Krieg mit Russland. Wie er sagte, sei es wichtig, das Schicksal der Menschen dort ins Bewusstsein zu rufen, denn sie sterben auch aufgrund mangelnder Versorgung. Daran gibt er nicht allein Russland die Schuld, welches sich durch die Nato- und EU-Osterweiterung immer mehr eingekreist fühle. Das sei das Grundproblem und müsse gestoppt werden. Das sei die einzige Lösung des Konflikts.

Die Ukraine habe nur eine Zukunft, wenn sie ein neutrales Land bleibe. Hunko forderte, dass der Konflikt nicht militärisch, sondern durch Gespräche mit allen Beteiligten gelöst werden müsse, was ihm Beifall einbrachte. Das war auch für die Forderung, die Entwicklung deutscher Kampfdrohnen nicht zuzulassen, der Fall. Am Ende kam er in die hiesige Region, speziell auf das Gefechtsübungszentrum des Heeres bei Letzlingen und den Bau der Übungsstadt Schnöggersburg zurück, was er beides ablehnt. „Lasst uns die Heide zivil nutzen“, forderte Hunko.

Im Anschluss erinnerte Doris Dölz vom „Alternativ demokratischen Frauenbund“ in Gardelegen unter anderem daran, dass sich nicht nur das Ende des Zweiten Weltkrieges sich in diesem Jahr zum 70. Mal jährt, sondern auch der Abwurf der beiden Atombomben auf Nagasaki und Hiroshima. Mehrere 100 000 Menschen starben qualvoll. Die heutigen Atombomben wären noch verheerender. Sie forderte: „Kämpfen wir gemeinsam für die Abschaffung.“ Mit Michael Zachcial von den Grenzgängern endete die Kundgebung, an die sich noch ein Konzert der Folkgruppe anschloss.

Von Elke Weisbach

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