Delegiertenwahl der Partei für den Bundestagswahlkreis

Gardelegener SPD kritisiert Kermer: „Deine Nähe zum Ortsverein fehlt“

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Die sechs Delegierten und Ersatzdelegierten: Mandy Zepig (unten links), Oliver Stegert, Dirk-Michael Nahr (hinten links), Martina Müller, Florian Henke, Jörn Projahn und Peter Wiechmann.

Gardelegen. Im kommenden Jahr stehen die Bundestagswahlen vor der Tür. In Vorbereitung dessen lud am Freitag der SPD-Ortsverein Gardelegen alle seine Mitglieder zur Mitgliederversammlung ins Gebäude der Arbeiterwohlfahrt (AWO) nach Gardelegen ein.

Im Mittelpunkt ihres Treffens stand die bevorstehende Wahlkreisdelegiertenkonferenz des Bundestagswahlkreises 66 (Altmark) in Bismark, für die sechs Delegierte und Ersatzdelegierte gewählt wurden. In Bismark wird dann am 28. Oktober der Direktkandidat/-in für den Bundestagswahlkreis gewählt.

Bevor es zur eigentlichen Wahl ging, begrüßte der stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende Oliver Stegert ein neues Mitglied. Dirk-Michael Nahr ist gebürtiger Gardelegener, verheiratet und Vater von zwei Kindern, die, wie er sagt, „aus dem Gröbsten raus sind“. Der 50-Jährige war schon immer politisch interessiert, fand aber aufgrund seiner Montage-Tätigkeit nicht die Zeit sich zu engagieren. Das wolle er jetzt ändern. Und so nutzte er die Gelegenheit und ließ sich als möglicher Delegierter aufstellen. Oliver Stegert begrüßte seinen Beitritt mit den Worten: „Du hast dich für die richtige Partei entschieden.“

Als Delegierte für die Wahlkreisdelegiertenkonferenz des Bundestagswahlkreises 66 wurden gewählt: Martina Müller, Florian Henke, Oliver Stegert, Mandy Zepig, Dirk-Michael Nahr und Dr. Hans-Joachim Becker. Zu den Ersatzdelegierten gehören Jörn Projahn und Peter Wiechmann.

Kein Kandidatenvorschlag zur Bundestagswahl

Marina Kermer (SPD, MdB).

Kandidatenvorschläge für eine Direktkandidatur in den Bundestagswahlkreis 66 blieben an diesem Abend aus. Sehr zu Bedauern von der SPD-Bundestagsabgeordneten Marina Kermer, die ebenfalls an der Versammlung teilnahm und auf die Unterstützung der Ortsmitglieder hoffte, um weiter im Bundestag arbeiten zu können.

„Die Nähe zum Ortsverein fehlt einfach und da haben wir Defizite gesehen“, richtete Mandy Zepig das Wort an Marina Kermer und erklärte den fehlenden Kandidatenvorschlag. SPD-Ortsmitglied Petra Müller sah das nicht anders: „Es ist für uns wichtig, dass wir einen Vertreter im Bundestag haben. Aber auch ich habe den Weg von dir zu uns in den vergangenen Jahren vermisst. Und heute, wie vor vier Jahren hierher zu kommen und eine Direktkandidatur zu bekommen, ist nicht.“ SPD-Mitglied Dr. Hans-Joachim Becker fand ebenfalls klare Worte: „Es geht hier nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um politische Entscheidungen. Wir haben den Kontakt zu dir einfach vermisst. Sieh unser Verhalten als Ansporn deine Arbeit besser zu erledigen.“ Marina Kermer nahm die Kritik aus der eigenen Reihe ernst, bezog Stellung, beantwortete Fragen, versuchte ihr Fehlen zu erklären, doch überzeugen konnte sie die Ortsmitglieder an diesem Abend nicht mehr.

Die Versammlung klang anschließend mit einem gemeinsamen Grillabend aus, zu dem auch Marina Kermer herzlich eingeladen war. Die zuvor angespannte Stimmung zwischen der SPD-Bundestagsabgeordneten und den SPD-Ortsmitgliedern entspannte sich wieder.

Von Marilena Berlan

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