Zwei Hottendorfer zeigen sich gastfreundlich uns bieten ihr stilles Örtchen Touristen an

„Bei uns dürfen Sie auf Toilette“

+
Die Hottendorferin Eva-Maria Moldenhauer (rechts) brachte den Aufkleber direkt an ihr Haustor an. Sie hätte ihr stilles Örtchen auch ohne Kleber Touristen angeboten, sagte sie. 

Hottendorf. Wer mit dem Rad in und um Hottendorf unterwegs ist, auf einer Wanderung oder aber einfach einen Spaziergang unternimmt und dringend ein stilles Örtchen sucht, der hat seit dem gestrigen Mittwoch zwei neue Anlaufstellen.

Das erste stille Örtchen befindet sich im Gasthaus in Hottendorf direkt an der Bundesstraße 188. Eröffnet wurde die Gaststätte im Mai diesen Jahres. Gasthausmitarbeiterin Anja Hoffmeister und ihr Partner Michael Ganzer, dem die urige Kneipe gehört, stellen gerne die sanitäre Anlage ihres Lokals zur Verfügung. „Ich freue mich, Gäste in unserer Gaststätte willkommen zu heißen und in solch einem Fall helfen zu können, auch wenn die Besucher nicht zum Essen gekommen sind“, sagt Anja Hoffmeister verständnisvoll, während sie, für alle gut sichtbar, den roten „Bei uns dürfen Sie“-Aufkleber gleich draußen am Gaststättenfenster aufklebt.

Das zweite stille Örtchen bietet die Hottendorferin Eva-Maria Moldenhauer an. „Ich mache das gerne. Ich hätte meine Toilette auch ohne Aufkleber angeboten“, erklärt sie. Schließlich kennt man das Problem, wenn man unterwegs ist, sich vor Ort nicht auskennt und man dringend auf die Toilette gehen muss. Und weit und breit keine zu finden ist, so die 60-Jährige.

Die Idee, die „Bei uns dürfen Sie“-Aufkleber zu entwickeln und interessierte Privatpersonen, Gaststätten und andere Unternehmen für das Projekt zu gewinnen, hatte das Stadtmarketing der Stadt Gardelegen. „Mit diesen Aufklebern wollen wir unsere Region für Touristen gastfreundlicher machen. Es ist schön, wenn man beispielsweise während seiner Radtour eine Pause einlegen will und die Möglichkeit hat, seine Wasserflasche aufzufüllen und auf Toilette gehen zu können“, erklärt Gabriela Winkelmann vom Stadtmarketing. Sie hofft, noch mehr Interessierte für die Idee zu gewinnen.

Bisher beteiligen sich sieben Partner an der Idee. „Wir hoffen, dass noch mehr Personen aus den Ortschaften mitmachen und einen Kleber anbringen“, so Winkelmann. Schließlich kann sich jeder an der Aktion beteiligen, der eine funktionsfähige Toilette hat, die er gerne bereit wäre, Touristen zur Verfügung zu stellen. Natürlich können die Toilettenbesitzer einen Unkostenbetrag verlangen. Das ist auch in öffentlichen Toiletten der Fall. „Aber der sollte dann auch bei 50 bis 70 Cent liegen und nicht bei fünf Euro“, betont Gabriele Jülichs von der Touristinformation Gardelegen.

Wer an den „Bei uns dürfen Sie“-Aufkleber interessiert ist und dazu beitragen möchte, Gardelegen und seine Umgebung touristenfreundlicher zu machen, kann sich bei Gabriele Jülichs in der Touristinformation Gardelegen unter der Telefonnummer (0 39 07)  4 22 66 melden.

Von Marilena Berlan

Kommentare