Abgeschnitten durch Umgehung: Stadt Gardelegen will über Leader-Förderprogramm alte Forderung umsetzen

Isenschnibbe: Bald Brücke zur Gedenkstätte?

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Hinter dem Wäldchen an der Gardelegener Umgehungsstraße befindet sich die Gedenkstätte Isenschnibbe. Die eigentliche Zufahrt wurde Ende 2000 mit der Umgehungsstraßen-Eröffnung gekappt. Die Stadt bemüht sich nun um den Bau einer Fußgängerbrücke.

Gardelegen. Es ist mehr als 15 Jahre her, dass die Umgehungsstraße rund um Gardelegen feierlich eröffnet wurde. Damals, am 12. Dezember 2000, wurde die Innenstadt vom Durchgangsverkehr spürbar entlastet.

Aber, so fand mancher, mit einem kleinen Makel: Die damalige Mahn-und Gedenkstätte, die seit einem Jahr offiziell „Gedenkstätte Isenschnibbe Gardelegen“ heißt, ist seitdem ein Stück weit von der Stadt abgeschnitten. Die Zufahrt erfolgte bis dahin über die Straße „Am Kämmereiforst“ – die ist aber seit dem Bau der Umgehung gekappt, endet östlich des derzeit entstehenden Baugebiets am Kämmereiforst an einem Busch. Eine Überquerung der Umgehung ist nicht möglich, obwohl damals unter anderem der Gedenkstätten-Förderverein für eine Fußgänger-und Radfahrerbrücke plädierte. Nun müssen Besucher der Gedenkstätte, die aus Gardelegen kommen, einen mehr als einen Kilometer langen Umweg über die Bismarker Straße und dann über die Zufahrt „An der Gedenkstätte“ in Kauf nehmen. Weil die damalige Straßenbaubehörde in Stendal den Bau einer solchen Brücke für nicht notwendig bzw. für zu kostenaufwendig erachtete.

Dies könnte sich bald ändern. Wie Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig ankündigt will sich die Stadt bemühen, im Rahmen diverser „Leader“-Projekte auch eine Brücke über die Umgehungsstraße auf die Liste zu setzen. Allerdings nur für nichtmotorisierte Besucher der Gedenkstätte, die ab dem kommenden Jahr für mehrere Millionen Euro modernisiert wird und anschließend gewiss mehr Besucher als bisher anlocken wird. Autos müssten weiterhin die größere Zufahrt über die Bismarker Straße nutzen.

Die Stadt Gardelegen ist – nicht zuletzt aufgrund ihre großen Fläche – in drei Leader-Aktionsbündnissen vertreten. Sie heißen „Rund um den Drömling“, „Mittlere Altmark“ und „Colbitz-Letzlinger Heide“. Was gefördert werden kann und wie Förderanträge gestellt werden können, das erfahren Interessierte am Montag, 11. Juli, im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Gardelegener Rathaussaal. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr. Vor Ort sind an diesem Abend auch Wolfram Westhus und Dr. Wolfgang Bock, die Ansprechpartner für die jeweiligen Lokalen Aktionsgruppen des Leader-Förderprogramms.

Von Stefan Schmidt

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