Mehr als 1000 Bäume im Gardelegener Stadtgebiet gegen den Eichenprozessionsspinner behandelt

Bakterium zerstört Raupendarm

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Rund um Gardelegen hat sich der Eichenprozessionsspinner breit gemacht, wie hier auf dem Fuß- und Radweg zwischen Zienau und der ICE-Brücke.

Gardelegen. Mehr als 1000 Bäume sind in den vergangenen Wochen im gesamten Gardelegener Stadtgebiet behandelt worden, um dem schädlichen Eichenprozessionsspinner den Garaus zu machen. Das teilt Gardelegens Ordnungsamtsleiterin Birgit Matthies mit.

Die überwiegende Zahl der Bäume steht auf privatem Grund.

Da der Eichenprozessionsspinner bereits seit mehreren Jahren sein Unwesen treibt, hatte sich diesmal der Altmarkkreis Salzwedel in Absprache mit den Kommunen in der westlichen Altmark bereit erklärt, die Bekämpfung zentral auszuschreiben. Vorteil: Die Kosten wurden reduziert, man konnte zudem zentral agieren. Und so hatten sich auch zahlreiche Privatpersonen gemeldet und um Hilfe bei der Bekämpfung des Schädlings an Bäumen auf ihren Grundstücken gebeten. Diese Privatleute müssen die Einsätze bezahlen, die Stadt schickt entsprechende Rechnungen.

Wie Birgit Matthies auflistet, wurden 1043 Bäume behandelt. 723 davon waren private Aufträge, 320 Bäume stehen auf kommunalem Grund. Die Stadt ließ vor allem dort besprühen, wo Einrichtungen wie Kitas und Schulen betroffen waren, sowie an anderen neuralgischen Punkten.

Gesprüht wurde ein Bakterium, dass dafür sorgte, dass der Darm der Raupen nach dem Fraß zerstört wurde und die Tiere auf diese Weise kurz danach das Zeitliche segneten.

Die Variante mit der zentralen Ausschreibung hält Birgit Matthies für optimal. „Wir als Stadt Gardelegen“, sagt sie, „würden es begrüßen, wenn diese Möglichkeit auch im nächsten Jahr in Betracht gezogen wird.“ Die Stadt würde sich dann wieder beteiligen. Birgit Matthies hofft trotz der mehr als 700 privaten Aufträge auf noch mehr Resonanz bei Privatleuten. Und sie hofft darauf, dass sich diese Möglichkeit der Spinner-Bekämpfung herumspricht, beispielsweise bei Waldbesitzern.

Die Rechnungen an die Privatpersonen würden „in den nächsten Tagen verschickt“, berichtet sie. Dies sei vertraglich mit den Antragstellern so vereinbart worden.

Die Stadt Gardelegen hofft, dass der Höhepunkt der Eichenprozessionsspinner-Plage überschritten ist. „Wir werden nicht sofort alle Schädlinge unschädlich machen können“, erläutert Birgit Matthies. Man rechne aber mit einer Erfolgsquote von 80 bis 90 Prozent.

Von Stefan Schmidt

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