Drei Jugendliche aus der Region werden Trinkwasserversorgungs- und Abwassertechniker

Azubis beim Wasserverband

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Geschäftsführerin Katja Rötz und Sebastian Kauer, Meister im Abwasserbereich (von rechts), sowie Jörg Straßburg, Meister im Trinkwasserbereich (links) mit den neuen Azubis Oliver Mücher (ab 2. von links), Paul Steinke und Christian Stapel.

Gardelegen. Sie haben viel Werbung gemacht – in den Tageszeitungen, über die Agentur für Arbeit, mit Flyern an den hiesigen Schulen sowie über die sozialen Netzwerke. Und sie waren erfolgreich.

Am Montag konnten Geschäftsführung und die Bereichsleiter im Wasserverband Gardelegen drei neue Lehrlinge begrüßen. Der 18-jährige Paul Steinke aus Wiepke lässt sich zur Fachkraft für Abwassertechnik ausbilden. Der 22-jährige Christian Stapel aus Poritz und der 16-jährige Oliver Mücher aus Jerchel haben ihre Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik begonnen.

Insgesamt gab es 19 Bewerbungen für die ausgeschriebenen Ausbildungsplätze. Es wurden neun Gespräche geführt, bei denen auch das Augenmerk auf handwerkliches und technisches Interesse lag. Zudem haben alle Drei im Vorfeld noch ein Praktikum beim Wasserverband absolviert, damit sie zum einen sicher sind, den richtigen Beruf gewählt zu haben. Zum anderen gab dies auch den Verantwortlichen im Wasserverband – Sebastian Kauer ist Meister im Abwasserbereich und Jörg Straßburg Meister im Trinkwasserbereich – die Gelegenheit, die Auszubildenden sowie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten kennen zu lernen.

Wie Geschäftsführerin Katja Rötz erzählt, wurde von 2009 bis 2012 zum letzten Mal ausgebildet – je ein Lehrling im Bereich Trinkwasser und im Bereich Abwasser. Denn, so erklärte sie, „wir bilden nur für den eigenen Bedarf aus“. Und dieser sei vorhanden, da der Wasserverband, wie auch andere Betriebe, von der „Rente mit 63 überrascht wurde, das war nicht planbar“. Es gebe zwar auch Einstellungen vom freien Markt für andere Bereiche im Verband, aber spezielle Fachkräfte sind rar gesät. Deshalb habe sich der Verband entschlossen, wieder selbst auszubilden.

Das geschieht allerdings nicht vorrangig vor Ort, da der Wasserverband nicht alle Inhalte der Ausbildung abdecken kann, wie die beiden Meister informieren, sondern in Form einer überbetrieblichen Ausbildung in einem Kooperationsbetrieb, und zwar in der SBH Süd-Ost GmbH in Magdeburg. Dazu kommt der Besuch der klassischen Berufsschule, die sich für den Abwasserbereich in Bitterfeld und für den Trinkwasserbereich in Weimar befindet. Erst im dritten Lehrjahr werden die drei Auszubildenden dann überwiegend vor Ort im Gardelegener Wasserverband tätig sein.

Was die drei verbindet: Sie wurden über Anzeigen in den Tageszeitungen auf die Ausbildungsplätze aufmerksam und bewarben sich. Wie Paul Steinke, der in diesem Jahr seinen Abschluss an der Miester Sekundarschule „Am Drömling“ machte, erzählte, sollte sein Beruf schon etwas Handwerkliches sein, da er technisch sehr interessiert ist. Außerdem sei es von Vorteil, in der Region zu sein. Das gilt auch für Oliver Mücher, der in diesem Jahr die Miester Sekundarschule mit dem Erweiterten Realschulabschluss beendete und in seiner Freizeit gern an Mopeds schraubt. Die Schulzeit hat Christian Stapel dagegen schon länger hinter sich. Er hatte nach dem Abitur drei Semester Geologie studiert, bis ihm klar wurde, dass er doch lieber etwas Handwerkliches erlernen möchte.

Die nächsten zwei Wochen werden die drei Azubis, die am Montag eingekleidet wurden, eine Verbandsrundfahrt unternahmen und ihre Arbeitsschutzunterweisung erhielten, noch beim Gardelegener Wasserverband tätig sein. Dann beginnt die dreijährige Ausbildung in Magdeburg.

Von Elke Weisbach

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