Einigung um Tore am Volleyballfeld / Ortsbürgermeister Seiler legt Amt zum 1. August nieder

Köckter Tore-Streit: Anzeige zurückgezogen

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Waren nicht immer einer Meinung: Köcktes Noch-Ortsbürgermeister Henry Seiler (links) und sein Stellvertreter Torsten Polzin.

Köckte. „Mein Entschluss steht fest. “ Henry Seiler, Köcktes Ortsbürgermeister, erklärte während der Sitzung des Ortschaftsrates am Donnerstagabend im Köckter Feuerwehr-Versammlungsraum, dass er zum 1. August als Dorfchef zurücktritt.

Seiler, der schon in den vergangenen Monaten nicht immer zur Verfügung stand, hatte bereits vor einem Jahr aus persönlichen Gründen sein Amt als Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Mieste niedergelegt.

Am Donnerstagabend leitete er eine Sitzung, die größtenteils turbulent und mitunter auch wenig niveauvoll ablief. Persönliche Beschuldigungen bis hin zu Beleidigungen, dazu ein permanentes Rederecht für alle Anwesenden – auch für die Zuhörer der Ortschaftsratssitzung – führten teilweise zu chaotischen Zuständen. Mittendrin, aber eigentlich nur als Gast dabei: Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig, die mit zunehmender Fortdauer der Sitzung mehrfach korrigierend und erklärend eingreifen musste.

Der Streit um die aufgestellten und wieder herausgerissenen Fußballtore in Köckte ist beigelegt.

Das einzig konkrete Ergebnis der Zusammenkunft stand bereits vor der Sitzung fest: Der Streit um die vor wenigen Tagen aufgestellten Fußballtore auf dem Köckter Dorfplatz und das Herausreißen dieser Neuanschaffungen, verbunden mit einer Anzeige durch die Stadt. Die Anzeige wurde gestern zurückgenommen, wie Mandy Zepig bestätigt. Denn der Sportverein hatte zu Beginn des Sportfestes, das am vergangenen Wochenende auf dem Köckter Dorfplatz stattfand, die Tore wieder herausgerissen, weil sie das Volleyballfeld blockierten. „Es hat offenbar ein Kommunikationshemmnis gegeben“ so Mandy Zepig. Soll heißen: Dass Köckte sein Sportfest feiert, hatte der Stadt im Vorfeld niemand aus dem Dorf offiziell mitgeteilt. Und so wurden die Tore ausgerechnet einen Tag vor dem Sportfest aufgestellt. Das Thema sei aber nun aus der Welt, erklärte dazu auch Henry Seiler.

Im Ortschaftsrat ging es auch um die künftige Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses. Wer bezahlen muss, wer für umsonst die Räumlichkeiten nutzen darf, darüber diskutierten die vier anwesenden Ratsmitglieder zusammen mit den Gästen der Sitzung. Als Henry Seiler einwarf, dass möglicherweise auch bald die Kita – sie kann den Alten Saal, für den es ein Kaufangebot gibt, nicht mehr nutzen – Miete für das Dorfgemeinschaftshaus zahlen müsse, schritt Mandy Zepig ein. Egal ob kommunale Kita oder – wie in Köckte der Fall – eine Kita, die durch einen Verein getragen wird: Eine solche Einrichtung im Ort werde garantiert auch nach einem Nutzungsentgeltbschluss des Gardelegener Stadtrates nicht zur Kasse gebeten. Und: Sie rechnet nicht damit, dass die Vereinbarung über die Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser noch in diesem Jahr vom Stadtrat beschlossen wird. Also könne man die Sache in Köckte „ganz entspannt angehen“, so Gardelegens Bürgermeisterin.

Von Stefan Schmidt

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