Sperrgebiet eingerichtet / Imker aufgefordert, sich registrieren zu lassen

„Amerikanische Faulbrut“ im Raum Gardelegen

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Die Bienenkrankheit „Amerikanische Faulbrut“ lässt die Larven der Immen absterben, sodass dem Stamm der Nachwuchs fehlt.

Gardelegen. Wie der Altmarkkreis Salzwedel gestern mitteilte, wurde bereits am 20. Juli bei einem Imker im Bereich der Hansestadt Gardelegen der Ausbruch der Bienenkrankheit „Amerikanische Faulbrut“ (AFB) amtlich festgestellt.

Zuletzt wurde die Krankheit 2015 im Altmarkkreis nachgewiesen. Um den Standort des Ausbruchs der Krankheit herum wurde ein Sperrgebiet mit einem Radius von drei Kilometern eingerichtet. Der amtstierärztlich verordnete Sperrbezirk umfasst die Stadt Gardelegen sowie deren Ortsteile Ziepel, Ipse, Lindenthal und Zienau.

Der Altmarkkreis bittet nun alle Imker, die sich mit ihren Bienenvölkern im genannten Sperrbezirk befinden und bis jetzt noch nicht bei der zuständigen Behörde, dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Salzwedel (VLÜA), als Imker registriert sind, dringend tätig zu werden und sich registrieren zu lassen. Nur so ist es langfristig möglich, die Krankheit unter Kontrolle zu halten.

Die Behörde wird sich nun mit den im Sperrbezirk befindlichen und schon registrierten Imkern zwecks der Beprobung ihrer Bienenvölker in Verbindung setzen. Weiterhin erhalten alle Imker in diesem Bereich eine Sperrverfügung mit der Maßgabe, an ihrem Bienenstand keine Veränderungen, wie zum Beispiel das Entfernen von Bienenvölkern, Waben, Wabenteilen, Honig zur Verfütterung an Bienen oder benutzte Gerätschaften, vorzunehmen. Umliegende Imker werden zudem gebeten, ihre Völker nicht in den Sperrbereich zu transportieren und klinische Auffälligkeiten an ihren Völkern sehr zeitnah zu melden. Die Maßnahmen sind laut VLÜA erforderlich, um die Ausbreitung der „Amerikanischen Faulbrut“ zu verhindern und die Imker des Altmarkkreises Salzwedel vor größeren Schäden und Verlusten zu bewahren.

Für nähere Informationen steht das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt in Salzwedel, Telefon (0 39 01) 84 04 16, zur Verfügung. Bei ihm sind derzeit 197 Imker mit 1470 Völkern für den Altmarkkreis registriert.

Von Elke Weisbach

Bienenkrankheit „Amerikanische Faulbrut“

Bei der „Amerikanischen Faulbrut“ (AFB) handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die die Larven von Bienenvölkern befällt. Ausgewachsene Bienen sind gegen die Krankheit resistent. Ausgelöst wird die Krankheit durch das Bakterium Paenibacillus larvae. In infizierten Völkern nehmen Larven die Sporen des Bakteriums mit dem Larvenfutter auf. Die Sporen keimen im Mitteldarm der Larven. Zunächst ernähren sich die Erreger vom Futter, welches die Larve aufnimmt, und vermehren sich dabei ausschließlich im Darm. Im weiteren Verlauf der Erkrankung durchbrechen die Bakterien die Darmwand und wandern in das übrige Gewebe der Larve ein. Dabei töten sie die Larve und zersetzen sie zu einer fadenziehenden Masse. Die Krankheit lässt die Brut nach und nach absterben, so dass die erforderliche Winterstärke des betroffenen Volkes nicht erreicht werden kann und das Volk stirbt. Für den Menschen ist die AFB ungefährlich – auch der Honig der Bienen, deren Völker betroffen sind, kann bedenkenlos verzehrt werden.

(Quelle: LIB – Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V.)

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