Pfarrbereich Letzlingen-Solpke feierte 500. Jubiläum des Jercheler Schnitzaltars

Den Altarfiguren Leben eingehaucht

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Pfarrer Gerd Hinke freut sich, dass der Jercheler Schnitzaltar all die Wirrungen und Irrungen der vergangenen fünf Jahhunderte überstanden hat. In seiner Andacht erzählte er, gemeinsam mit einigen Jerchelern, über die Geschichte und die Figuren des Altars.

Jerchel. 500 Jahre alt ist der geschnitzte Altar in Jerchel. Das Jubiläum wurde nun mit einem Gemeindefest des Pfarrbereiches Letzlingen-Solpke in der Jercheler Kirche gefeiert.

Es sei erstaunlich, dass der Altar „die Stürme der Zeit überstanden hat“, so Pfarrer Gerd Hinke. Gemeinsam mit Daniela, Annika, Luisa und Matthias Leue sowie Andrea Gerloff, Ines Kampe und Renate Wagner hauchte er innerhalb eines Gottesdienstes dem Altar Leben ein, in dem sie den Figuren des Altars – zum Beispiel Maria, Johannes, Petrus, Paulus und noch anderen, ihre Stimme verliehen und Wissenswertes über den Altar erzählten (siehe Infokasten). Nach dem Gottesdienst nahmen die Gäste, die nicht nur aus Jerchel, sondern auch aus Letzlingen, Wannefeld und Roxförde kamen, den hübschen, filigranen Jercheler Schnitzaltar noch ein wenig genauer unter die Lupe.

Auf dem Platz vor der Kirche wurde dann erst einmal bei Kaffee und Kuchen geplaudert: „Es haben sogar einige Kuchen gebacken und gebracht, die aber gar nicht hiergeblieben sind, weil sie andere Termine hatten“, freute sich Daniela Leue, die gemeinsam mit Annette Giggel und Sandra Voigtländer die süßen Leckereien verteilte, über das Engagement der Gemeindemitglieder. Zum ersten Mal in Jerchel war auch der Gemeindepädagoge Andreas Hoenke, der sich zusammen mit den Kindern „als Hommage an den Altar“, so Hoenke, selbst im Schnitzen von Schafen, der Arche Noah, einer Bibel und noch weiteren Holzfiguren versuchte.

Gemeindepädagoge Andreas Hoenke bastelte mit den Kindern aus einem quergedrechselten Reifen verschiedene Holzfiguren.

Am späteren Nachmittag versammelten sich wieder viele in der Kirche, um einem Lese-Konzert zu lauschen. Schauspieler Thomas Schleissing-Niggemann und die beiden Musiker Kathrin Kieseritzky (Saxophon) und Heiner Frauendorf (Akkordeon) erzählten davon, wie Timm Thaler sein Lachen an einen gewissen Baron Lefuet (bitte rückwärts lesen) verkauft. Sein „Gewinn“, nämlich dass Timm Thaler keine einzige Wette mehr verliert, entpuppt sich für ihn schon bald als ein Fluch, statt eines Segens. Denn alles Geld der Welt kann die Fähigkeit zu Lachen nicht aufwiegen. Und so muss er sich mit viel Anstrengung und List irgendwie aus dem bindenden, höllischen Vertrag herauswinden. „Aufregend und schön und sehr spannend“, war das Live-Hörspiel, so Hinke. Und auch das Publikum spendete großen Applaus für die Darbietung, mit der Thomas Schleissing-Niggemeier, der die Geschichte selbst geschrieben hat und der unterschiedliche Stimmlagen und Dialekte verwendete, die Gemeinde zum Lachen und Nachdenken gebracht hatte.

Von Hanna Koerdt

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