Kerstin Ohmenzetter ist die neue Leiterin der Grundschule Jävenitz

„Alles Gute braucht seine Zeit“

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Kerstin Ohmenzetter, die neue Leiterin der Grundschule Jävenitz, an ihrem neuen Arbeitsplatz. Die Grundschullehrerin unterrichtet in diesem Schuljahr in der ersten Klasse Mathematik.

Jävenitz. Sie selbst bezeichnet sich als „Landei, dass an einer Landschule groß geworden ist“. Und aus diesem Grund fühle sie sich an der überschaubaren, ruhigen und familiären Jävenitzer Grundschule schon nach der kurzen Zeit sehr wohl.

Kerstin Ohmenzetter ist seit dem 1. August die neue Schulleiterin der Bildungseinrichtung.

Allerdings, erzählt sie im Gespräch mit der AZ, war sie auch schon vorher an der Schule aktiv, um das gerade begonnene Schuljahr vorzubereiten. So nahm sie beispielsweise an der ersten Zusammenkunft der Eltern der neuen Abc-Schützen und an der letzten Gesamtkonferenz im vergangenen Schuljahr teil, als es um die Lehrmittelbestellung ging. So habe sie auch schon die neuen Kollegen kennengelernt. Derzeit sind sie mit ihr und der pädagogischen Mitarbeiterin ein sechsköpfiges Team für die 85 Grundschüler in Jävenitz. Dazu kommen noch zwei Kollegen als Abordnung von anderen Grundschulen für die Fächer Musik und Englisch und eine Förderschulkraft für zwölf Stunden in der Woche.

Wie Kerstin Ohmenzetter weiter erzählt, wollte sie schon immer Grundschullehrerin werden. Ihre Mutter war ihr Vorbild, obwohl diese ihr abgeraten habe. Doch ihr Vater sei immer stolz auf seine Frau und ihre Arbeit gewesen und habe sie, so die Gestaltenlehrerin, immer in ihrem Wunsch bestärkt. Nach ihrem Studium in Staßfurt begann die gebürtige Lindtorferin ihre zweite Schullaufbahn 1988 an der Grundschule Möringen, der sie die letzten acht Jahre bis zur Schließung 2014 auch als Schulleiterin vorstand. Und sie sagt: „Die Arbeit als Schulleiterin in Möringen hat mir viel Spaß gemacht.“ Die Schüler und Lehrer wechselten dann an die Grundschule in Börgitz, wohin sie von der 48-Jährigen begleitet wurden. Sie blieb dort ein Schuljahr und wechselte dann 2015 als Abordnung für ein Jahr als leitende Lehrkraft nach Angern in der Börde.

Doch das war bei ihr von vornherein nur als kurzes Zwischenspiel vorgesehen. Denn die verheiratete Mutter zweier schulpflichtiger Kinder, was es für sie leichter macht in ihrem Beruf zu arbeiten, da es auch den Bezug von der Elternseite gibt, wollte beruflich sesshaft werden, wie sie sagt. Und das nicht so weit weg von ihrem Wohnort Insel. Deshalb habe sie sich bereits während des Wechsels nach Angern als Schulleiterin für die 20 Kilometer von Insel entfernte Grundschule Jävenitz beworben – und letztendlich das Bewerbungsverfahren erfolgreich durchlaufen.

Nach dem Start des neuen Schuljahres heißt es für Kerstin Ohmenzetter „erst einmal ankommen“. Sie wolle nicht sofort alles umschmeißen. Es habe zwar schon einige kleine Veränderungen im Schulbetrieb gegeben, „aber alles Gute braucht seine Zeit“ und die sollte man sich auch nehmen. Wichtig sei ihr der gute Kontakt zu den Kollegen, Eltern und der Stadt sowie die Zusammenarbeit mit dem Hort und der Kindertagesstätte (Kita), weil die richtige Vorbereitung des Übergangs von der Kita zur Schule wichtig sei. Hier sei man schon auf einem guten Weg. So wolle man den gemeinsamen Kooperationsplan überarbeiten und beispielsweise die künftigen Schulanfänger regelmäßig in die Grundschule einladen.

Ganz wichtig sei ihr aber, dass die Kinder generell gern in die Schule kommen und sagen, dass sie hier auch Spaß haben. Denn Schule ist nicht nur Lern-, sondern auch Lebensort, an dem die Mädchen und Jungen viele Stunden des Tages verbringen. „Wir wollen sie stärken und zeigen, dass sie wichtig sind. Denn keiner kann alles, aber jeder kann was“, bringt Kerstin Ohmenzetter die künftige Maxime auf den Punkt.

Von Elke Weisbach

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