Immobilie der Gardelegener Wohnungsgenossenschaft: Auszug 2016, Baubeginn 2019

Ältestes Gebäude wird altersgerecht saniert

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Der 1960 gebaute Wohnblock an der Isenschnibber Straße in Gardelegen soll in den nächsten Jahren entkernt und zu altersgerechtem Wohnraum umgebaut werden.

Gardelegen. Es sind nur noch sehr wenige Wohnungen im Wohnblock an der Isenschnibber Straße 21 bis 27 in Gardelegen bewohnt.

„Um es genau zu sagen: Derzeit wohnen noch vier Mietparteien dort“, sagt Henri Schulz, hauptamtlicher Vorstand der Gardelegener Wohnungsgenossenschaft, kurz WGG. Bis vor kurzem wohnten dort noch sieben Parteien – in einem Block, der im Jahre 1960 für 33 Wohnungen konzipiert war. Damit war dieser graue Wohnblock der erste, den die heutige WGG vor mehr als einem halben Jahrhundert in Gardelegen gebaut hat.

Doch der Zahn der Zeit hat an der Immobilie genagt, der Leerstand hat kontinuierlich zugenommen. „Deshalb haben wir uns entschieden“, so Henri Schulz, „Geld in die Hand zu nehmen und dort zu investieren“. Aus dem Block soll ein modernes Gebäude für altersgerechtes Wohnen werden. Mit größer zugeschnittenem Wohnraum, mit Aufenthalts- und Gemeinschaftsräumen für die späteren Mieter. „Alt und Jung sollen dort zusammen wohnen und leben“, stellt sich Henri Schulz die Zukunft der Immobilie vor. Für diesen Komplett-Umbau, zu dem später auch die Neugestaltung der Außenflächen gehören soll, hat die WGG 1,8 Millionen Euro veranschlagt.

Bevor allerdings gebaut werden kann, müssen alle Noch-Mieter ausziehen. Die WGG hat ihnen Alternativ-Wohnungen angeboten. Einige der Mieter haben dies auch schon genutzt. „Es ist natürlich nicht einfach, jene Wohnungen zu verlassen, die man mitunter jahrzehntelang bewohnt hat“, sagt Henri Schulz. Ein Mieter ist buchstäblich Mieter der ersten Stunde, hat sogar beim Bau mitgeholfen. „Das ist auch emotional nicht ganz einfach“, weiß der Vorstand. Und doch: Anders als mit einem Komplett-Auszug gehe es nicht. Denn das Gebäude soll vollständig entkernt werden, alle Leitungen müssen verschwinden.

Der Auszug der letzten Mieter soll Ende dieses Jahres vollzogen sein. Danach werden die alten Kabel herausgenommen. Mit der eigentlichen Sanierung soll nach Angaben von Henri Schulz Anfang 2019, also in etwa zweieinhalb Jahren, begonnen werden. Anfang dieses Jahres gab es auch Gerüchte, die WGG werde an der Isenschnibber Straße 21 bis 27 Flüchtlinge unterbringen. Dies werde nicht geschehen und sei auch nie geplant worden, betont Henri Schulz.

Statt der bisher 33 Wohneinheiten werden an der Isenschnibber Straße nach der Fertigstellung nicht mehr ganz so viele Wohnungen zu vermieten sein. „Aber mit einem moderneren Standard“, so hofft Henri Schulz, „rechnen wir mit einer deutlich besseren Auslastung.“

Von Stefan Schmidt

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