Tag der offenen Tür in den kommunalen Dorfgemeinschaftshäusern

Von Adenauer bis Zapfhahn

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Ortswehrleiter Karsten Müller mit Fotos vom Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Hemstedt. Sie hängen im Flur des Gebäudes.

Gardelegen. Eines vorweg: So wahnsinnig viele Stadträte verirrten sich offenbar nicht in den am Sonnabend flächendeckend geöffneten Dorfgemeinschaftshäusern der Stadt Gardelegen.

Bodo Winkelmann vom Freizeitring aus Lüffingen wechselte sich mit seinen Kollegen stündlich ab, um Besucher empfangen zu können.

Die 24 Objekte in 22 Dörfern des Stadtgebietes hatten erstmals gemeinsam geöffnet, damit sich die Kommunalpolitiker und weitere Interessierte einen Eindruck über den Zustand und die Ausstattung der einzelnen Gebäude machen können. Denn in einigen Monaten wird der Stadtrat darüber entscheiden, wer künftig Geld für die Nutzung der Räume zahlen muss und in welcher Höhe dies geschehen soll. Bisher hat jede ehemalige Kommune, noch aus den Zeiten der Eigenständigkeit, eigene Entgeltverordnungen. Dies soll bald einigermaßen angeglichen werden.

Frank Reboné begutachtet die Wand mit historischen Fotos aus dem Dorfleben von Schenkenhorst – sogar seine eigene Hochzeit ist dort abgelichtet.

In Lüffingen teilten sich die Mitglieder des Freizeitrings die sechsstündige Betreuung – von 10 bis 16 Uhr – des Gebäudes. Bodo Winkelmann übernahm die Mittagsschicht und führte durch die Räume, zeigte die sanitären Anlagen und das in der Küche aufbewahrte Geschirr. In Wannefeld empfing der stellvertretende Ortsbürgermeister Roland Eckstein die handvoll Besucher. Schenkenhorsts Ortschaftsratsmitglied Frank Reboné zeigte die Wand mit historischen Fotos aus dem Dorfleben, vom Milde-Hochwasser 1968 bis zum Jubiläum der Feuerwehr. Und in Laatzke – dort befindet sich der Raum in einem Privatgebäude am Dorfplatz – berichtete Ortschaftsratsmitglied Christian Grothe, dass sich dort nicht nur die Löschgruppe des Ortes regelmäßig trifft, sondern auch Dorf-Skatrunden stattfinden. „Dafür zahlen die Männer auch Miete“, betonte er. Die Stühle werden bei Bedarf in die nicht mit Mobiliar versehene Trauerhalle gebracht.

Das Kulturhaus in Letzlingen ist die größte kommunale Einrichtung in den Dörfern des Gardelegener Stadtgebietes.

Woanders musste man klingeln. In Sichau, Jeggau und Tarnefitz kam dann beispielsweise ein freundlicher Nachbar, um durch die Räume zu führen. In Breitenfeld war zum Zeitpunkt des AZ-Besuchs niemand vor Ort, die Tür stand trotzdem offen – und auf dem Schreibtisch des Bürgermeisterbüros brannte sogar Licht. Im benachbarten Versammlungsraum lag Informationsmaterial über die 2011 mit der Zwangseingemeindung aufgelöste Verwaltungsgemeinschaft (VG) Südliche Altmark.

Von Stefan Schmidt

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