Nach Konzertgenuss: Süßes küsst Fruchtiges und Herzhaftes umarmt Gemüsiges

Ein Abend für die Sinne

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Marco Lemme und Marleen Mauch begeisterten bei ihrem Benefizkonzert zum Erhalt der alten Ipser Dorfkirche in derselben vor allem mit englischen Werken.

Ipse. Alle Sinne wurden am Mittwochabend in und an der Ipser Dorfkirche angesprochen und befriedigt.

Zunächst gab es ein grandioses Konzert von Suoni Dorati, das dieses Mal als Duo mit Marco Lemme an der kleinen Orgel und Sopranistin Marleen Mauch zu erleben war. Trompeter Hans Jacobs konnte das Benefizkonzert zum Erhalt der Dorfkirche nicht mitgestalten. Das tat dem musikalischen Genuss im voll besetzten Gotteshaus aber keinen Abbruch.

Die beiden Künstler, die zwar mit „Ich folge dir gleichfalls“ aus der Johannespassion von Johann Sebastian Bach ihr Programm begannen, konzentrierten sich dieses Mal auf englische Opern- und Kirchenmusik. Auch wenn, wie Marco Lemme, der einige Zeit in England lebte, erzählte, die Europäer meist sagen, dass die Engländer keine großartige Musik hätten. Doch es gebe durchaus in England auch ein „musikalisches Schatzkästchen“, das sie ihnen näher bringen wollten. Und so erklangen unter anderem Werke von Henry Purcell und Gustav Holz, aber auch von Johann Valentin Rathgeber, bevor sich die beiden mit „Over the Rainbow“ und als Zugabe mit dem „Ave Maria“ verabschiedeten.

Im Anschluss waren alle Gäste noch zu einem gemütlichen Beisammensein an der Kirche im Schein der flackernden Feuerschalen eingeladen. Dazu boten die Mitglieder des Vereins Ipse excitare einen wahren Gaumenschmaus unter dem Motto „Süßes küsst Fruchtiges und Herzhaftes umarmt Gemüsiges“ sowie passende Getränke an. Und nicht nur Anette Bernstein war von dem Abend begeistert: „Das ist höchstes Niveau.“

Dafür, dass dieser Abend das Herz eines jeden Gastes erfüllen wird, hatten sich die Mitglieder des Vereins auch seit vergangenen Freitag mächtig ins Zeug gelegt. Wie der Vorsitzende Tilo Mottschall berichtet, saßen Kristin Wießel und Kathrin Schulze vor einem Berg von Blumen, Sträußen und Ästen, um eine Dekoration zu schaffen, die die Augen der Betrachter erfreuen wird. Währenddessen diskutierten die anderen Mitglieder des Vereins über die letzten offenen Punkte zum Ablauf des Abends.

Am Sonntag wurde der Rasen vor der Kirche gemäht, bevor das große Festzelt aufgebaut wurde. Stühle und Tische wurden herangetragen. Die Vereinsmitglieder nutzen zudem die Gelegenheit, die eingelagerten alten bemalten Deckenelemente vom Dachboden der Kirche zu holen und in der alten Schmiede aufzustellen. Sie träumen von einer Restaurierung der Elemente und hoffen dazu auf eine positive Einschätzung der Restauratoren in der kommenden Woche. Da die Elemente schon sehr eingestaubt waren, musste der Kirchenraum hinterher wieder gründlich gereinigt werden. Aber damit war er vorbereitet auf die Künstler und Gäste.

Am Dienstag, dem Konzerttag, beschäftigte sich das „Catering Team“ des Vereins ab 19 Uhr mit den letzten Vorbereitungen. Ersten kulturbegeisterten Gästen wurden Getränke gereicht. Zu ihnen gehörte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig. Sie nutzte die kulturelle Veranstaltung, um sich vom Vorsitzenden Tilo Mottschall die Anliegen und Projekte des Vereins näher erklären zu lassen. Gemeinsam schlenderten sie durch das schöne und noch ruhige Altmarkdörfchen, bevor ab 20 Uhr den Künstlern die Aufmerksamkeit gehörte. Und diesmal nicht nur in der Kirche, sondern auch davor, wohin die Klänge per Lautsprecher übertragen werden. „Ich bin hoch zufrieden mit dem Abend“, so Tilo Mottschall am Ende dieses wunderschönen Konzerts. „Ab Morgen beginnen die Planungen für 2017.“

Von Elke Weisbach

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