Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins Gardelegen-Kalbe / „Personal ist immer noch unsere größte Sorge“

15.000 Euro Verlust durch Aufnahmestopp im Tierheim

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Rund 20 Mitglieder des Tierschutzvereines um den Vorsitzenden Kurt Gewasda (Mitte) trafen sich am Sonnabend zur Jahreshauptversammlung.

hb Gardelegen. Es war kein gutes Jahr für das Gardelegener Tierheim. Das stellte Tierheimchefin Marianne Wigger am Sonnabendnachmittag fest. Da traf sich der Tierschutzverein Gardelegen-Kalbe zu seiner Jahressitzung.

Tatsächlich hatte das Gardelegener Tierheim, dessen Träger der Tierschutzverein ist, im vergangenen Jahr viele Probleme: Im Oktober 2015 hatte das Kreisveterinäramt einen Aufnahmestopp verhängt. Zu viele Tiere, mangelhafte Buchführung und Haltungsbedingungen waren die Vorwürfe. Damit konnte die Einrichtung auch den Vertrag mit der Stadt nicht mehr erfüllen. Laut Vereinbarung muss das Tierheim Fundtiere aufnehmen und versorgen. Diese Pflichtaufgabe der Stadt wird auch aus dem Stadthaushalt bezahlt. Mehrere Monate lang war diese Einnahme also weggefallen. Und auch sonst musste der Verein viel investieren, um die Auflagen des Veterinäramtes zu erfüllen. Erst im Juni 2016 wurde der Aufnahmestopp aufgehoben. 15 000 Euro habe die gesamte Zeit des Aufnahmestopps gekostet, bezifferte Marianne Wigger.

Ein großes Dankeschön ging von Vereinschef Kurt Gewasda an die vielen freiwilligen Spender und Helfer, die in der Zeit bei den Baumaßnahmen geholfen hatten: „Ohne sie hätten wir vieles nicht geschafft.“ Mittlerweile hat das Tierheim mit Marianne Wigger erstmals eine fest angestellte Leiterin. Eingestellt ist nun auch eine weitere feste Mitarbeiterin. Vier Mitarbeiter, darunter zwei Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst, unterstützen die beiden jeweils 25 Stunden in der Woche. Der Rest wird mit ehrenamtlichen Mitarbeitern abgedeckt. „Das Personal ist immer noch unsere größte Sorge“, so Gewasda. Sorgen machen sich die Vereinsmitglieder in zweiter Linie ums Geld. „Wir haben uns um mehr Geld bemüht, leider ohne Erfolg“, so Gewasda. Kritik gab es auch an der Stadt. Ein Kritikpunkt sind dabei die Kastrationskosten, diese übernimmt die Stadt nur zur Hälfte. 4500 Euro waren es im vergangenenJahr. Aber Kurt Gewasda war auch selbstkritisch. „Die liegengebliebene“ Arbeit im Büro nehme er auf seine Kappe, erklärte er.

Die Bürokratie wird allerdings nicht weniger werden. Derzeit darf das Tierheim 30 Katzen, 20 Hunde und vier Kleintiere beherbergen. „Für jedes zusätzliche Tier müssen wir einen Antrag stellen.“ Und eine weitere Auflage macht den Tierschützern ebenfalls Sorgen: Von nun an müssen nämlich auch alle Katzen gechippt oder gekennzeichnet werden, was zusätzliche Kosten verursachen wird.

Anstreben wollen die Tierheimbetreiber nun einen neuen Vertrag mit der Stadt, der vor allem die gesamten Kastrationskosten beinhalten soll. Gründungsmitglied Georg Heinrich empfahl, alles wirklich schriftlich zu fixieren, auch die Fahrtkosten, die Tierheimchefin Wigger noch erwähnte, „sonst verschwindet wieder was im Nebel“.

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