Sorge um Erweiterung von Biogasanlagen bleibt in Bismark ein Thema

„Sind schon lange keine Gelddruckmaschinen mehr“

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Der Betreiber von sechs Biogasanlagen auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde will Planungssicherheit für seine Betriebe schaffen. Erst danach seien Trocknungsanlagen für Gärreste rechtlich umsetzbar.

Bismark. „Sowohl planungsrechtliche Anforderungen als auch geänderte technische Normen stellen die Betreiber von Biogasanlagen zunehmend vor neue Herausforderungen“, erklärt Knut Bölke.

Der Betriebsstellenleiter Altmark legt zusammen mit Planer Mirko Leddermann Wert auf die Feststellung, dass es sich bei den derzeit vom Bismarker Stadtrat zu diskutierenden Produktionsstandorten um keine Neubauvorhaben handele. Es seien lediglich „Erweiterungen“ vorgesehen, reagieren die Verantwortlichen auf den AZ-Artikel „Biogasanlagen boomen in Bismark“ vom Donnerstag.

Nach Anwohnerprotesten wegen befürchteter Geruchsbelästigungen im Zusammenhang mit einer Erweiterung im Mai 2015 in Hohenwulsch sind die Anlagen in der Einheitsgemeinde erneut in den Fokus gerückt. Von der Kritik in der Bevölkerung wisse auch Bölke. Und stellt klar: „Wir sind hier ja nicht Berlin-Alexanderplatz.“

Der Betriebsstellenleiter Altmark agiert für das in Potsdam ansässige Unternehmen „Danpower“, das auf Bismarker Gebiet insgesamt acht Biogasanlagen betreibe. „Die gesetzlichen Vorgaben für Biogasanlagen unterlagen in den zurückliegenden Jahren einem stetigen Wandel“, verweist Bölke auf ökonomische Zwänge. „Wir müssen ja auch halbwegs wirtschaftlich arbeiten, denn Biogasanlagen sind schon lange keine Gelddruckmaschinen mehr“.

Dass sich Bismarks höchstes Parlament nun überhaupt mit den sechs Betriebsstätten in Belkau, Garlipp, Schäplitz, Berkau, Meßdorf und Späningen befasse, habe allein planungsrechtliche Gründe. „Eine Vergrößerung der elektrischen Leistung im Vernehmen mit dem Bedarf an zusätzlichen Inputstoffen ist nicht beabsichtigt“, betont er.

Dennoch sind Konflikte mit der Nachbarschaft keine Seltenheit. Vielerorts scheint wegen übler Landluft der Dorffrieden in Gefahr. Anwohner beklagen milchbuttersaure Siliergerüche, Lärm etwa durch heulende Ventilatoren und ein erhöhtes Fahrzeugaufkommen. „Wir müssen uns um die Gärreste Gedanken machen“, räumt Bölke im AZ-Gespräch ein. Und erklärt: „Um zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden, sind zur Reduzierung der Gärrestmengen Trocknungsanlagen mit nachgeschalteten Abluftreinigungsanlagen geplant. Diese Anlagen können jedoch erst nach erfolgter Änderungsgenehmigung errichtet werden.“ Und genau dafür, behauptet Bölke, solle der Bismarker Stadtrat nun seine Hand heben.

Von Antje Mahrhold

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