Archäologen stoßen auf Funde aus der Zeit 3500 bis 3000 vor Christi

Sensation unter dem Radweg in Steinfeld

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Steffen Möllmann zeigt einige wertvolle Fundstücke. Im Hintergrund der Tachymeter, ein Gerät zur kartografischen Vermessung.

mb Steinfeld. Sensation unter dem Radweg Steinfeld-Kläden: Die Funde der Archäologen stammen aus der Zeit von 3500 bis 3000 vor Christi, dem Neolithikum der Jungsteinzeit, sowie aus dem 1. und 2.  Jahrhundert nach Christus.

Es handelt sich unter anderem um Gruben, Feuerstellen und Keramikfragmente.

Fragmente von Tongefäßen: Die Archäologen vermuten, dass es sich hier um einen Trinkbecher gehandelt hat.

In bislang 70 großen Plastiktüten sind die vielen kleineren und größeren Fundstücke der Ausgrabungen entlang des entstehenden Radweges verpackt worden. „Und wir sind noch nicht fertig“, betonte Steffen Möllmann vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie aus Halle an der Saale am Dienstag. Was die Mitarbeiter unter Druck setzt, ist die wenige Zeit, die sie haben, um auf der Baustelle des neuen Radweges intensiver zu suchen. „Wir müssten etwas mehr Zeit haben, denn dass wir schon viele Fragmente von Keramiken, Tierknochen und Feuersteinabschläge gefunden haben, zeigt, dass hier vielleicht noch mehr liegt“, so Anita Schwarzlose.

Am Ortseingang von Steinfeld sind die Erdarbeiten für den neuen Radweg nach Kläden schon wieder angelaufen.

Dass die Archäologen auf dem gut 100 Meter langen Abschnitt hinter dem Ortsausgang von Steinfeld in Richtung Kläden fündig wurden, bestätigt auch Steffen Möllmann sichtlich erfreut. Bis zum Abzweig zum Landwirtschaftsbetrieb erstreckt sich das Grabungsfeld und es gebe viele Stellen, wo man weitere Funde vermutet. Diese Stellen werden mit Folien abgedeckt, um sie vor Regen, Wind und Sonne zu schützen.

Laut Möllmann sind Keramiken gefunden worden, die sogar Fingerabdrücke vom Drücken des Tons zeigen. Auch auf Feuersteinabschläge, Tierknochen und -zähne sei man gestoßen. Von morgens 7 bis 17 Uhr sind Steffen Möllmann seine Kolleginnen Anita Schwarzlose und Angela Filatow im Einsatz. Seit der vergangenen Woche und noch bis zum Wochenende sind die Archäologen vor Ort.

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